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SUMMARY:Die Halswirbelsäule der „Gattenmörderin“
DESCRIPTION:Am Mittwoch, 23. Juli, steht um 19 Uhr im Deutschen Medizinhistorischen Museum wieder ein Vortrag im Begleitprogramm zur Jahresausstellung „Ansichtssache“ auf dem Programm. Alle Rednerinnen und Redner in dieser Vortragsreihe haben beruflich mit Präparaten zu tun. Diesmal ist Dr. Sara Doll zu Gast, die Kuratorin der Anatomischen Sammlung Heidelberg.\nDer Vortrag kann auch via Zoom verfolgt werden. Die Einwahldaten finden sich auf der Website des Museums unter www.dmm-ingolstadt.de ( http://www.dmm-ingolstadt.de ).\nJedes Präparat ist Teil eines Menschen mit einer eigenen Lebens- und Leidensgeschichte. Als Kuratorin der Anatomischen Sammlung Heidelberg hat es sich Dr. Sara Doll zur Aufgabe gemacht, diese Geschichten zu erforschen. Bei ihrem Vortrag nimmt sie ein auf den ersten Blick eher unspektakuläres Präparat unter die Lupe: eine knöcherne Halswirbelsäule. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich an den Wirbelkörpern jedoch ungewöhnliche Spuren, die auf eine Hinrichtung durch das Schwert hinweisen. Tatsächlich handelt es sich dabei um den sterblichen Überrest einer Frau, die wegen Giftmords an ihrem Gatten hingerichtet wurde.\nDer Weg zur weiteren Rekonstruktion einer solchen Lebensgeschichte führt von der Sammlung ins Archiv. Hier konnte Sara Doll weitere interessante Zusammenhänge aufdecken: Die Hingerichtete wurde Teil von elektrophysiologischen Versuchen, die zu dieser Zeit häufig durchgeführt wurden. Aber auch die Phrenologen untersuchten sie eingehend vor und nach dem Tod, um ihr Menschenbild an der „Gattenmörderin“ verifizieren zu können. Um ihr den Giftmord nachweisen zu können, wurde sehr wahrscheinlich eine chemische Untersuchungsmethode verwendet, die erst ein paar Jahre zuvor entwickelt wurde. Auch dem Schwert und dem Henker aus Ettlingen, der es einst führte, hat sich die Referentin auf die Spur begeben. Und schlussendlich weist die Halswirbelsäule auch eine anatomische Variation auf, die es sogar in ein Lehrbuch geschafft hat.\nDer Eintritt zu dem Vortrag ist frei, eine Voranmeldung ist nicht nötig. Ab 18 Uhr kann die Sonderausstellung besichtigt werden. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr und dauert mit Diskussion ca. 90 Minuten. Anschließend besteht die Möglichkeit, bei einem Glas Wein oder Wasser mit der Referentin ins Gespräch zu kommen.\n
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