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SUMMARY:Klistierszene in der Mittagsvisite
DESCRIPTION:In der halbstündigen „Mittagsvisite“ des Deutschen Medizinhistorischen Museums am Dienstag, 14. April, um 12.30 Uhr erläutert Dr. Alois Unterkircher das April-Objekt der Mini-Ausstellung „Alles muss raus! Körperliche Hinterlassenschaften. Jeden Monat neu!“: eine Klistierszene aus feinstem Porzellan.\nIm April ist die Alles-muss-raus-Vitrine einer körperlichen Hinterlassenschaft gewidmet, von der wir uns regelmäßig beim Gang auf die Toilette oder beim Wechseln von Windeln verabschieden: dem Darminhalt.\nVorgestellt wird eine fein gearbeitete Porzellanskulptur aus der Zeit um 1860, die das Setzen eines Darmklistiers zum Thema hat – ein in der Medizingeschichte vertrautes Motiv. Das Besondere: Hier sind keine Personen dargestellt. Vielmehr verabreichen zwei Affen in menschlicher Kleidung einem überrascht blickendem Kätzchen gerade einen Einlauf mit einer großen Klistierspritze. Diese Skulptur gehört damit zur sogenannten „Singerie-Kunst“, bei der Affen wie Menschen auftreten, also deren Kleidung tragen und deren Tätigkeiten ausüben. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert nutzten Künstler diese Darstellungsform, um menschliche Schwächen oder Eitelkeiten zu karikieren. Im 19. Jahrhundert erhielt diese Satire durch die Evolutionstheorie von Charles Darwin eine weitere Bedeutungsebene.\nIn der Mittagsvisite stellt Alois Unterkircher diese satirische Bildtradition vor und erläutert, warum das Motiv des Affen als Doktor zeitweise eine so große Beliebtheit erfuhr.\nFür die Teilnahme an den Mittagsvisiten ist keine Voranmeldung nötig, der Eintritt zu den Mittagsvisiten und zur „Alles muss raus!“-Vitrine im Eingangsbereich des Sonderausstellungsraumes ist frei.\n
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