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SUMMARY:„Säuglingsstuhl“ in der Mittagsvisite
DESCRIPTION:In der halbstündigen „Mittagsvisite“ des Deutschen Medizinhistorischen Museums am Dienstag, 4. August, um 12.30 Uhr erläutert Museumsdirektorin Prof. Marion Ruisinger das August-Objekt der Mini-Ausstellung „Alles muss raus! Körperliche Hinterlassenschaften. Jeden Monat neu!“: das Modell einer frisch gefüllten Säuglingswindel.\nIm August ist die Alles-muss-raus-Vitrine einer körperlichen Hinterlassenschaft gewidmet, der junge Eltern mehrmals täglich begegnen: dem Darminhalt von Säuglingen.\nDas ungeborene Kind wird über die Nabelschnur mit mütterlichem Blut versorgt. Darin sind Sauerstoff und alle Nährstoffe erhalten, die es benötigt. Mit der Geburt ändert sich das schlagartig. Das Neugeborene muss nun selbst atmen, trinken und verdauen. Ob letzteres gut funktioniert, zeigt sich nicht zuletzt beim Blick in die Windel.\nAngehende Ärztinnen und Ärzte sollten genauso wie das Pflegepersonal auf Kinderstationen die Interpretation des Säuglingsstuhls sicher beherrschen. Das zumindest war die feste Überzeugung von Dr. H. Roeder, der um 1900 an einer Berliner Kinderklinik arbeitete. Der Inhalt einer frisch gefüllten Windel verändert sich aber zu rasch, um für den Unterricht herangezogen werden zu können. Deshalb entwickelte Roeder gemeinsam mit dem Berliner Wachskünstler Fritz Kolbow täuschend echte Nachformungen von Säuglingsstühlen aus haltbaren Materialien – Wachs, Firnis, Terpentinfarben, Leinen und Holz.\nDas Deutsche Medizinhistorische Museum besitzt in seiner Sammlung mehrere solche Säuglingsstuhl-Modelle. Eines davon, beschriftet mit „Goldgelber, vollständig verdauter Stuhl eines Brustkindes (6 Monate)“, kann noch bis Ende August in der „Alles-muss-raus!“-Vitrine bewundert werden.\nFür die Teilnahme an den Mittagsvisiten ist keine Voranmeldung nötig, der Eintritt zu den Mittagsvisiten und zur „Alles muss raus!“-Vitrine im Eingangsbereich des Sonderausstellungsraumes ist frei.\n
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