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SUMMARY:Vernissage IM OSTEN
DESCRIPTION:IM OSTEN. Fotografien von Florian Bachmeier.\n3. Oktober bis 8. November 2026, Neuburg an der Donau, ehemaliges Kasernengebäude auf dem THI Campus Neuburg, Donauwörther Straße B83.\nKuratorin: Mechtild Manus\nVeranstalter: Brückenkollektiv e.V.,\nunterstützt von THI Campus Neuburg, Stadt Neuburg a. d. Donau, Verkehrsverein Neuburg, Bäcker Schlegl, Saal Digital, Farben Griesbeck.\nIM OSTEN\nWo beginnt der Osten? Hinter Wien, hinter Budapest, an den Karpaten, am Dnister? Dort, wo Krieg herrscht? Der Osten ist weniger eine geografische als eine mentale Landschaft. Er entsteht aus Vorstellungen, Ängsten und Bildern, die sich über Jahrhunderte verfestigt haben. Für viele Menschen in Deutschland ist er bis heute ein Raum des Anderen: geprägt von Konflikten, Armut, Korruption, zerfallenden Imperien und einer Geschichte, die nicht vergehen will.\nJe länger ich in Osteuropa und Südosteuropa fotografiere, desto mehr verliert der Begriff »Osten« seine Eindeutigkeit. Er bezeichnet immer weniger eine Himmelsrichtung und immer stärker einen Blick. Einen Blick, der trennt, indem er das Fremde sucht. Die Fotografien dieser Ausstellung versuchen das Gegenteil. Sie suchen nicht das Andere, sondern das Gemeinsame. Sie zeigen eine europäische Wirklichkeit, die uns näher ist, als wir glauben.\nDie Fotografien dieser Ausstellung entstanden über viele Jahre in Tschechien, Polen, Belarus, Moldau, Georgien, Rumänien, Griechenland, Serbien und in die Ukraine. Sie sind weder Reportage noch Dokumentation politischer Ereignisse. Kriege, Revolutionen und der Zusammenbruch von Staaten bilden zwar den historischen Hintergrund vieler dieser Bilder, doch sie stehen nicht im Mittelpunkt. Mich interessiert weniger das außergewöhnliche Ereignis als der gewöhnliche Alltag, der trotz aller Umbrüche weitergeht. Mich interessieren die stillen Formen menschlicher Existenz.\nPortrait: Florian Bachmeier\nFotografie kann Nachrichten festhalten. Sie kann Katastrophen dokumentieren und Geschichte illustrieren. Sie kann aber auch langsamer werden. Sie kann fragen, wie Menschen leben, woran sie glauben, was sie aufbewahren und was sie weitergeben. Sie kann untersuchen, welche Spuren sich in Häusern, Landschaften und Gesichtern einschreiben. Vielleicht ist Fotografie deshalb immer auch Anthropologie – eine geduldige Beobachtung des Menschen und seiner Lebensformen.\nIn vielen Bildern erscheint der Mensch nur indirekt. Ein verlassenes Zimmer, ein sorgfältig gepflegter Garten, eine Bushaltestelle, ein Friedhof, ein geflickter Zaun, Werkzeuge, Ikonen, Vorhänge oder Tapeten erzählen manchmal mehr über ein Leben als ein Porträt. Die Dinge tragen Erinnerungen in sich. Sie bewahren Zeit. Sie zeigen, wie Menschen sich ihre Welt aneignen und ihr eine Ordnung geben – selbst dort, wo politische Systeme zerfallen sind und Grenzen sich immer wieder verschoben haben.\nDen Osten begreife ich nicht als Gegenwelt zum Westen, sondern als Ort, an dem die Verletzlichkeit Europas sichtbar bleibt. Hier sind die Brüche der Geschichte noch lesbar. Gerade deshalb stellen sich hier Fragen, die überall gelten: Wie entsteht Heimat? Woraus speist sich Hoffnung? Was bedeutet Würde? Wie bewahren Menschen ihre Erinnerungen? Und wie richten sie sich immer wieder neu in einer sich ständig verändernden Welt ein?\nFlorian Bachmeier\nÜber den Dokumentarfotografen Florian Bachmeier:\nDer international ausgezeichnete Dokumentarfotograf Florian Bachmeier (*1974) ist ein Grenzgänger zwischen Journalismus und Kunst. Als Reporter bildet er die harte Wirklichkeit ab, als Künstler verleiht er durch Licht und Schatten, Nähe und Tiefe seinen Bildern eine herbe Schönheit. Seine Fotografien erscheinen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, taz, Der Standard, Neue Zürcher Zeitung, The Times, El Diario, Der Spiegel, Die Zeit, Profil, Capital, stern, mare, Geo und Amnesty Journal. Ausstellungen präsentierten seine Bilder unter anderem in Madrid, Arles, Tirana, München, Frankfurt am Main, Berlin, Eltville am Rhein und Trier. Er wird vertreten durch die Galerie Buchkunst Berlin. Florian Bachmeier lebt am Schliersee in Oberbayern und in Madrid. (mm)\n
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