Le Roy danse – Wenn die Orgel tanzt

Wenn am Sonntag, 13. September, um 12 Uhr die Orgelmatinee um Zwölf in der Ingolstädter Asamkirche Maria de Victoria beginnt, dann steht nicht nur barocke Pracht, sondern auch ausgelassene Tanzfreude auf dem Programm.

Unter dem Titel „Le Roy danse – Die Orgel zwischen klassischer Musik und populärer Tradition“ entführen der international gefeierte Organist Silvano Rodi und die Perkussionistin Sonia Borella das Publikum auf eine Reise durch vier Jahrhunderte europäischer Tanzmusik – von höfischen Balletten des 17. Jahrhunderts bis zu süditalienischen Tarantellas.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

————-

Im Mittelpunkt steht die Verwandlung der Orgel vom sakralen Instrument zum Tanzboden: Michael Praetorius eröffnet mit seiner „Suite des danses“ aus der berühmten „Terpsichore“ (1621) und lässt Entree du Ballet, Spagnoletta, La bourée, Galliarde und Courante in lebendiger Folge erklingen. Anonyme Stücke wie die „Englische Nachtigal“ aus dem 17. Jahrhundert wechseln sich ab mit konzertanten Perlen von Joseph-Hector Fiocco und farbenfrohen spanischen Tänzen von Fray Antonio Martin y Coll, darunter der „Bayle del Gran Duque“ und die „Chacona“. Gregorio Strozzi steuert mit seiner „Mascara“ eine neapolitanische Sonate bei, die den Übergang von der höfischen zur volkstümlichen Tanzkultur markiert.

Ein besonderes Highlight ist der zweite Teil „Antidotum Tarantulae – der Biss der Tarantel … und die Heilung“: Hier verbindet Silvano Rodi Improvisation mit historischen Quellen von Athanasius Kircher (1673) und lässt die legendäre Tarantella im Tono hypodorico sowie die pizzica tarantata aus Apulien (18. Jahrhundert) erklingen – Musik, die einst als Heilmittel gegen den Biss der Tarantel galt. Begleitet wird er von Sonia Borella, die mit antiken Perkussionsinstrumenten und Galanterien den rhythmischen Puls der Tänze verstärkt und das Duo „In Cymbali et Organo“ zu einem einzigartigen Klangereignis macht.

Silvano Rodi, Organist der Kirche Santa Devota im Fürstentum Monaco, gilt als einer der vielseitigsten Interpreten seiner Generation. Nach Studien in Genua (Cembalo, Orgel, Komposition) und Nizza (Premier Prix d’orgue bei René Saorgin) konzertiert er weltweit – von Europa über den Vorderen Orient bis nach Südamerika. Als Cembalist wirkt er im Alte-Musik-Ensemble Collegium Musicum Alpazur.

Sonia Borella ergänzt das Programm mit ihrer Expertise für historische Perkussion und verleiht den Tänzen eine authentische rhythmische Dimension.

Das Programmheft 2026 mit allen Künstlerinnen und Künstlern der kommenden Matineen ist digital abrufbar unter www.kulturamt-ingolstadt.de/orgelmatinee. Hier sind auch die Termine bekannt gegeben, an welchen Sonntagen die Orgelmatineen stattfinden. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei, um Spenden wird gebeten.

  • 00

    Tage

  • 00

    Stunden

  • 00

    Minuten

  • 00

    Sekunden

Schlagwörter:

Datum

Sep. 13 2026

Uhrzeit

12:00 - 13:00

Standort

Asamkirche
Neubaustraße 11/2, 85049 Ingolstadt

Kategorie

Veranstalter

Kulturamt Ingolstadt
QR Code