Mittagsvisite „Spucknapf“
In der halbstündigen „Mittagsvisite“ des Deutschen Medizinhistorischen Museums am Dienstag, 2. Juni, um 12.30 Uhr erläutert Dr. Alois Unterkircher das Juni-Objekt der Mini-Ausstellung „Alles muss raus! Körperliche Hinterlassenschaften. Jeden Monat neu!“: einen Spucknapf mit Klappdeckel. Diese Mittagsvisite kann live auf Instagram verfolgt werden (@ingolstadt_live_official).
Im Juni ist die Alles-muss-raus-Vitrine einer körperlichen Hinterlassenschaft gewidmet, die uns auch gelegentlich auf dem Gehsteig begegnet: dem Auswurf.
Vorgestellt wird ein Spucknapf, der um 1900 wohl zur Ausstattung eines noblen Friseursalons gehörte. Dort wurden derartige Behältnisse gut sichtbar am Boden neben den Friseurstühlen platziert und mit Sand oder Wasser gefüllt. Die paffende Kundschaft konnte sich so bequem ihrer Zigarrenstümpfe (und ihres Auswurfs) entledigen. Mit der Einführung strengerer Hygienevorschriften verschwanden Spucknäpfe zunehmend aus dem Alltag.
In der Mittagsvisite stellt Alois Unterkircher den medizinischen Hintergrund des öffentlichen Ausspuckens vor. In einer Zeit, als die Tuberkulose als „Volkskrankheit Nummer 1“ gefürchtet wurde und es noch keine Möglichkeit gab, sie mit Medikamenten zu heilen, war die Erziehung der Bevölkerung zum korrekten Umgang mit dem (potentiell infektiösen) Auswurf eines der zentralen gesundheitspolitischen Themen.
Für die Teilnahme an den Mittagsvisiten ist keine Anmeldung nötig, der Eintritt zu den Mittagsvisiten und zur „Alles muss raus!“-Vitrine im Eingangsbereich des Sonderausstellungsraumes ist frei.
