Mittagsvisite: THONET-Rollstuhl
Am Dienstag, 8. September, um 12.30 Uhr lädt das Deutsche Medizinhistorische Museum wieder zu einer halbstündigen Mittagsvisite ein. Sammlungsleiter Dr. Alois Unterkircher stellt diesmal einen über hundert Jahre alten Rollstuhl vor. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Der Rollstuhl stammt von der Möbelfabrik GEBRÜDER THONET, die vor allem für den massenhaft vertriebenen „Wiener-Kaffeehaus-Stuhl“ in Bugholztechnik bekannt ist. Relativ unbekannt dürfte hingegen sein, dass die Firma in ihrer Anfangszeit auch Rollstühle hergestellt hat.
Die Geschichte dieser Mobilitätshilfen im engeren Sinne beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. Damals begannen einige Firmen, sogenannte „Krankenfahrstühle“ seriell zu produzieren, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen. Ihren Ursprung haben sie jedoch in den einfachen „Transportstühlen“, die bereits im 17. und 18. Jahrhundert für kranke oder gehbehinderte Personen genutzt wurden. Heute gibt es Krankenfahrstühle in zahlreichen Ausführungen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Rehabilitation und tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen bei.
Bei dieser Mittagsvisite geht es aber nicht nur allgemein um die Geschichte von Rollstühlen, sondern auch ganz speziell um die „Ding-Biographie“ des Ingolstädter Exemplars. Denn die ist bis ins Detail bekannt und gut dokumentiert: Der Stuhl gehörte der Ururgroßmutter des Spenders, einer Bäuerin aus dem Kanton Graubünden, und wurde wohl von einem Berner Sanitätshaus zu einem sogenannten „Kaminstuhl“ umgebaut.
Seminarraum Christa Habrich
Beginn 12.30 Uhr, Dauer 30 Minuten, Eintritt frei
