Mittagsvisite zum Thema „Bourdalou“
In der halbstündigen „Mittagsvisite“ des Deutschen Medizinhistorischen Museums am Dienstag, 3. November, um 12.30 Uhr erläutert Museumsdirektorin Professor Marion Ruisinger das November-Objekt der Mini-Ausstellung „Alles muss raus! Körperliche Hinterlassenschaften. Jeden Monat neu!“: ein „Bourdalou“ aus Nymphenburger Porzellan.
Im November prangt in der Alles-muss-raus-Vitrine ein Objekt aus feinstem Nymphenburger Porzellan. Selbst der Goldrand fehlt nicht. Es handelt sich um ein „Urinal für Damen“, also um einen Pinkeltopf, der diskret unter den langen Röcken verwendet werden konnte. Doch auf den ersten Blick erinnert es an eine Sauciere. Und das nicht von ungefähr. Dieser weibliche Toilettenartikel soll sich im 18. Jahrhundert auf direktem Weg aus der Sauciere entwickelt haben. In der Medizingeschichte ist es auch als „Bourdalou“ bekannt, in Anspielung auf den gleichnamigen Jesuitenprediger am Hofe Ludwig XIV.
Museumsdirektorin Professor Marion Ruisinger wird gemeinsam mit den Visitengästen den unterschiedlichen Erzählsträngen nachgehen, die sich an dieses Objekt knüpfen, und sie kritisch hinterfragen. Dabei kommt sie auch auf die interessante Provenienz dieses Bourdalous zu sprechen, das erst vor kurzem durch den Förderverein für die Museumssammlung erworben wurde.
Für die Teilnahme an den Mittagsvisiten ist keine Voranmeldung nötig, der Eintritt zu den Mittagsvisiten und zur „Alles muss raus!“-Vitrine im Eingangsbereich des Sonderausstellungsraumes ist frei.
