Orgelmatinee im Eichstätter Dom
Mit vier Konzerten geht die Reihe der Orgelmatineen im Hohen Dom zu Eichstätt ihrem Abschluss entgegen. Vom 12. September bis 3. Oktober präsentieren Organisten aus Waldsassen, Ingolstadt, Eichstätt und Prag jeweils samstags ein halbstündiges Programm. Die Konzerte beginnen um 11.30 Uhr, der Eintritt ist frei; Spenden zur Finanzierung der Reihe sind willkommen.
Am Samstag, 12. September, ist Andreas Sagstetter aus Waldsassen zu Gast. Sein Programm spannt einen weiten Bogen durch mehrere Jahrhunderte europäischer Orgelmusik. Auf das „Preludio sul tema di un canto morave“ des tschechischen Komponisten Vítězslav Novák folgt Felix Mendelssohn Bartholdys Sonate Nr. 2 c-Moll op. 65,2. Mit Léon Boëllmanns innigem „Prière à Notre-Dame“ und dem vielteiligen Magnificat A-Dur von Jean-François Dandrieu erklingen zudem Werke der französischen Orgeltradition.
Andreas Sagstetter ist seit 2000 als Kirchenmusiker an der päpstlichen Basilika Waldsassen tätig. Dort verantwortet er die gesamte Kirchenmusik, leitet Chöre und Ensembles und gestaltet regelmäßig Gottesdienste, Konzerte und liturgische Aufführungen. 2016 wurde ihm der Titel „Bischöflicher Kirchenmusikdirektor“ verliehen.
Am Samstag, 19. September, übernimmt David Kirschsieper aus Ingolstadt den Spieltisch der Domorgel. Er eröffnet die Matinee mit dem Allegro und dem Scherzo aus Louis Viernes zweiter Orgelsymphonie. Anschließend improvisiert Kirschsieper eine Suite über Lieder aus dem Gotteslob. Den Abschluss bildet Max Regers Introduktion und Passacaglia d-Moll – ein Werk, in dem sich die ganze klangliche und dynamische Bandbreite der Domorgel entfalten kann.
Kirschsieper studierte Orgel und katholische Kirchenmusik an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg. Seit April 2025 ist er Regionalkantor im Bistum Eichstätt sowie Organist und Chorleiter am Ingolstädter Münster. Weitere künstlerische Impulse erhielt er bei Meisterkursen unter anderem von Olivier Latry, Thierry Escaich und Wolfgang Seifen.
Am Samstag, 26. September, spielt Domorganist Martin Bernreuther. Sein Programm beginnt mit Johann Sebastian Bachs Präludium Es-Dur BWV 552. Es folgen Franz Liszts „Evocation à la Chapelle Sixtine“ und die festliche „Marche pontificale“ aus einer Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor. Damit treffen barocke Formkunst, romantische Klangpoesie und französischer symphonischer Glanz aufeinander.
Martin Bernreuther studierte katholische Kirchenmusik und Konzertfach Orgel in München und vertiefte seine Ausbildung unter anderem in Paris. Nach Tätigkeiten in Portugal und München wurde er 2002 zum Domorganisten in Eichstätt und zum amtlichen Orgelsachverständigen des Bistums ernannt. Als Konzertorganist gastiert er regelmäßig im In- und Ausland und ist künstlerischer Leiter der Orgelkonzertreihen am Eichstätter Dom.
Den Abschluss der diesjährigen Orgelmatineen gestaltet am Samstag, 3. Oktober, Pavel Černý aus Prag. Auf dem Programm stehen Johann Sebastian Bachs „Pièce d’Orgue“ BWV 572, Präludium und Fuge von Antonín Dvořák, die „Legenda“ h-Moll von Josef Klička sowie das Orgelsolo aus Leoš Janáčeks „Glagolitischer Messe“. Das Konzert verbindet damit deutsche Barockmusik mit bedeutenden Werken tschechischer Komponisten. Das Konzert am 3. Oktober muss wegen der Vorbereitungsarbeiten für die Amtseinführung des neuen Eichstätter Bischofs am nächsten Tag in die Schutzengelkirche verlegt werden.
Pavel Černý ist international als Organist, Pädagoge und Orgelsachverständiger tätig. Konzertreisen führten ihn durch Europa sowie in die USA, nach Japan, Brasilien und Afrika. Er unterrichtet an der Musikakademie in Prag, ist mehrfacher Preisträger internationaler Orgelwettbewerbe und widmet sich besonders den historischen Orgeln seiner tschechischen Heimat.
Die Orgelmatineen finden jeweils samstags von 11.30 bis 12 Uhr im Hohen Dom zu Eichstätt statt (mit Ausnahme des 3. Oktobers). Der Einlass ist bis 11.25 Uhr über den Eingang am Willibaldschor und über den barrierefreien Domaufzug möglich. Während der Konzerte finden keine Domführungen statt.
