Premiere: Im Dickicht der Städte
Am 13. Februar 2026 feiert Bertolt Brechts frühes Drama „Im Dickicht der Städte“ im Kleinen Haus Premiere. Das Stück, das zu den radikalsten Texten des jungen Brecht zählt, beschreibt einen existenziellen Kampf, der sich in der anonymen Weite der Großstadt entfaltet.
Im Zentrum stehen der Holzhändler Shlink und der in einer Leihbücherei angestellte Garga. Scheinbar grundlos versucht Shlink, Garga mit Geld dazu zu bewegen, seine Meinung über ein Buch zu ändern. Der daraus entstehende Streit eskaliert und führt zur Entlassung Gargas. In der Folge entfaltet sich ein Konflikt, der vor niemandem Halt macht. Shlink schenkt Garga seinen gesamten Holzhandel, Garga verschenkt ihn weiter an die Heilsarmee und verschwindet. Shlink mietet sich bei Familie Garga ein und so werden auch diese in die Auseinandersetzung einbezogen. Schließlich geht Garga ins Gefängnis. Er schreibt einen
Brief an die Zeitung, in der er Shlink der Vergewaltigung seiner Schwester bezichtigt. Acht
Tage vor dem Ende seiner dreijährigen Haft schickt er den Brief ab. Doch auch hier endet der Konflikt nicht.
Brechts Stück verzichtet weitgehend auf psychologische Motivationen und moralische Wertungen und folgt stattdessen der Logik eines Kampfes, der um seiner selbst willen geführt wird. Die Großstadt erscheint als anonymer Raum, in dem ökonomische Interessen, persönliche Beziehungen und körperliche Gewalt unauflöslich miteinander verbunden sind.
„Im Dickicht der Städte“ zeigt den Menschen als Gegner des Menschen und markiert einen entscheidenden Punkt im frühen Werk Brechts.
Kreativteam
Regie führt Antigone Akgün, die zunächst eine Schauspielausbildung in Griechenland absolvierte und anschließend an der Goethe-Universität Frankfurt Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Klassische Archäologie, Griechische Philologie und Philosophie studierte. Ihr Dramaturgiestudium schloss sie mit einem Master an der Hessischen Theaterakademie ab. Sie arbeitet an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum und war in den Jahren 2022 und 2023 Co-Leiterin des Blogs des Theatertreffens der Berliner Festspiele.
Marc Simon Delfs ist in der Rolle des Shlink zu sehen, während Berna Celebi den Garga
spielt. Sarah Schulze-Tenberge übernimmt die Rollen von Jane Larry und Maë Garga. Renate Knollmann spielt sowohl Der Wurm als auch Marie Garga. Péter Polgár verkörpert
C. Maynes, John Garga, den Pavian und einen Geistlichen der Heilsarmee. Enrico Spohn ist als Skinny und Pat Manky auf der Bühne zu sehen.
Bühne und Kostüme entwirft Sophie Lichtenberg und die Dramaturgie liegt bei Kolja
Buhlmann.
Premiere und Aufführungsort
13.02.2026, 20.00 Uhr Kleines Haus
