Uraufführung: Winnetou V
von Kieran Joel
mit und gegen Karl May
Am Stadttheater Ingolstadt kommt am 14. Februar mit „Winnetou V“ eine Uraufführung von Kieran Joel auf die Bühne, die sich differenziert und lustvoll mit Karl Mays Werk beschäftigt. Winnetou ist ein Mythos, sein Schöpfer Karl May eine bis heute streitbare Figur. Die Faszination für die Romane, ihre Verfilmungen und die Tradition der Sommerfestspiele ist ungebrochen. Für viele Generationen war Winnetou ein Kindheitsheld und für viele zugleich ein erster Zugang zur Literatur. Gleichzeitig stehen die Texte seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert unter anhaltender Kritik und werden heute neu gelesen und befragt.
In „Winnetou V“ begibt sich eine Theatergruppe auf eine Reise in die USA, um Winnetou zu finden und mit ihm die Idee des Humanismus. Reiseleiter ist ein Regisseur, der zugleich identisch mit Old Shatterhand ist. Auf dem Weg durch den sogenannten Wilden Westen durchlebt die Gruppe Karl Mays Fantasiewelt mit Grizzlys, Bisons, Waffen und Gewalt. Doch immer drängender wird die Frage, ob dieser Ort jemals real betreten wird und was dieser Wilde Westen eigentlich ist. Erscheint er als geografische Realität, als literarische Konstruktion oder als Projektionsfläche kollektiver Sehnsüchte?
Kieran Joels Arbeiten verbinden Lust am Spiel mit analytischer Schärfe und stellen sich bewusst den Widersprüchen ihrer Stoffe. Am Stadttheater Ingolstadt wird „Winnetou V“ so zu einer Expedition durch Mythen und Bruchstellen. Verhandelt werden die großen Versprechen von Freiheit, Abenteuer und Selbstverwirklichung, die mit der Idee der USA und dem Wilden Westen verbunden sind, ebenso wie ihre heutige Fragilität.
Der Abend ist ein Streifzug durch Karl Mays Romane und ihre Ambivalenzen, ein lustvoller Trip durch die Sehnsucht nach Abenteuer und zugleich eine kritische Befragung ihrer Voraussetzungen. Gefeiert wird die Kraft der Fantasie, während gleichzeitig die Frage offenbleibt, wie wir heute mit den Geschichten umgehen, die uns geprägt haben.
Kreativteam
Auf der Bühne des Stadttheaters Ingolstadt stehen Matthias Gärtner als Matt Gardener, Santer, Cowboy 4, Typ in der Bar 4 und Donald Trump, Sebastian Kremkow als Seb Kremlin, der Grizzly, Cowboy 3, Typ in der Bar 3 und Bison 1, Philip Lemke als Phil Hawkens, der Dramaturg und Cowboy 1, Peter Rahmani als Peter Ramirez, Klekih-Petra. Cowboy 2 und Typ in der Bar 2, Anne Eigner als Anne Owner, Cowboy 5, Typ in der Bar 5, Bison 2 und Old Death, Moritz Grove als Old Shatterhand und der Regisseur.
Die Inszenierung von Kieran Joel entsteht mit Bühne und Kostümen von Barbara Lenartz, mit Videoarbeiten von Leon Landsberg sowie mit Musik und musikalischer Leitung von Lenny Mockridge und dramaturgischer Begleitung durch Julia Just.
Aufführungsort und Premiere:
Samstag, 14.Februar 2026 18.30 Uhr, Großes Haus
