Ein Durchbruch im doppelten Sinne

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Zunächst darf man das mit dem Durchbruch wörtlich nehmen: Im Eichstätter Dom ist ein Portal wieder geöffnet worden, das fast ein halbes Jahrhundert zugemauert war. Doch hier wird noch ein zweiter Durchbruch sichtbar: Der neue Zugang erlaubt es in Zukunft auch Menschen mit Handicap das Gotteshaus ohne Hürden zu betreten. Hinter dem Portal wird ein Aufzug installiert, der die eineinhalb Meter überwindet, die man einst über diesen Zugang herabgestiegen ist. Die Installation von Rampen hat sich für den Eichstätter Dom als nicht umsetzbar herausgestellt, der neue Aufzug soll sich dezent in das Gebäude einfügen und auch möglichst geräuschlos funktionieren: „Ich habe nicht die Befürchtung, dass die Liturgie gestört wird,“ erklärte Domkapitular und „Summus Custos“ des Eichstätter Doms, Reinhard Kürzinger. Die Vorteile überwiegen eindeutig, schließlich können nach dem Einbau des Aufzugs endlich Menschen mit Rollator, an Krücken, im Rollstuhl oder mit Kinderwagen problemlos das Gotteshaus besuchen – egal ob zum Gottesdienst oder als Touristen.

V.l.: Domkapitular Reinhard Kürzinger, Claudia Fischer (staatl. Bauamt), Hermann Keim (Architekt), Bauleiter Alfred Prokschi und Alfred Grimm (Diözesanverantwortlicher für inklusive Pastoral) mit einem Modell des künftigen Aufzugs.

„Es ist eine der wenigen Kirchen in Deutschland, die so einen komfortablen Zugang hat,“ meinte Claudia Fischer vom Staatlichen Bauamt Ingolstadt. Der Aufzug ist ebenerdig vom Domplatz zu erreichen, wo die Stadt Behindertenparkplätze einrichtet. Er wird elektrifiziert und ist dann ganz einfach per Knopfdruck zu bedienen. Eine Aufzugsmusik oder ein „Ping“ wird es nicht geben (ein Halleluja vermutlich auch nicht), wenn es nach oben und unten geht. Und natürlich ist der Einbau auch mit dem Denkmalamt abgesprochen.

Als ein wichtiges Signal an die Gesellschaft bezeichnete Alfred Grimm, Diözesanverantwortlicher für das inklusive Pastoral, den barrierefreien Zugang zum Dom. „Der Ort hat auch Vorbildcharakter für die Kirchen in der Diözese.“

Und so passte es wunderbar in die Osterzeit, das Mitarbeiter von Architekt Hermann Keim die beiden barocken Portalflügel langsam entfernten und nach rund 50 Jahren wieder Sonnenlicht das Innere des Doms über diesen Weg erreichte. Die Mauer, die sich hinter bzw. vor der Tür befand, wurde zuvor bereits abgerissen und das Epitaph für vier Familienmitglieder derer von Eyb ist im Dom um einige Meter versetzt worden (was im Übrigen nicht sein erster Umzug war). (ma)

 

Zahlen und Zeitplan

Die Kosten für den barrierefreien Zugang betragen rund 380.000 Euro. Diese werden von der Diözese übernommen. Insgesamt gehen die Verantwortlichen bei der Renovierung des Doms von Kosten in Höhe von 17,2 Millionen Euro aus. Davon übernimmt 12,2 Millionen der Staat.

Die Renovierung des Eichstätter Doms ist in drei Bauabschnitten geplant: Die Sanierung des Westchores ist bereits abgeschlossen. Derzeit steht die Renovierung des Langhauses und des Querschiffs an. Für die kommenden Jahre sind die Restaurierungen des Ostchors, sowie der Türme mit der Kapitelsakristei vorgesehen. In dieser Zeit bleibt der Dom komplett geschlossen. Weitere Informationen unter www.eichstaetter-dom.de.

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