Eine neue Regentin für Schaf und Schäfer

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Anna Wiest aus Greding ist für die kommenden zwei Jahre die neue „Altmühltaler Lamm“-Königin. Die offizielle Übergabe der Krone erfolgt zwar erst beim „Altmühltaler Lamm“-Auftrieb in Mörnsheim (16. und 17. Mai 2026), doch bereits jetzt kamen die Projektbeteiligten und die noch regierende Königin Annemarie Mack im Informationszentrum Naturpark Altmühltal in Eichstätt zusammen, um die designierte Repräsentantin vorzustellen.

Als im Januar zur Bewerbung für die neue „Altmühltaler Lamm“-Königin aufgerufen wurde, befand sich Anna Wiest über 18.000 Kilometer vom Naturpark Altmühltal entfernt: Die 23-Jährige lebte zu dieser Zeit in Neuseeland. Doch ihre Mutter las zu Hause im Beilngrieser Ortsteil Litterzhofen den entsprechenden Zeitungsartikel und leitete ihn an ihre Tochter weiter. Diese musste nicht lange überlegen, ob sie sich bewerben wollte. Denn gerade ihre Auslandserfahrungen – neben Neuseeland zählte auch Malta zu ihren Wohnorten – haben ihr gezeigt, wie einzigartig ihre Heimat ist. „Ich habe wirklich schon an vielen Orten gelebt“, betont Anna Wiest, „aber das Altmühltal ist etwas ganz Besonderes.“

Vom heimischen Stall in die weite Welt

Zudem ist sie seit ihrer Jugend eng mit den Schafen verbunden. Ihre Eltern, die früher eine Milchvieh-Landwirtschaft betrieben, halten seit rund zehn Jahren eine „Hobbyherde“ mit zwölf Mutterschafen, einem Bock und einer wechselnden Zahl von Lämmern. Die ersten Tiere übernahmen die Wiests von einem verstorbenen Schäfer und zogen sie mit der Flasche auf – eine Aufgabe, die auch Tochter Anna mit großer Freude übernahm.

Mittlerweile ist Greding das Zuhause der künftigen Regentin, die hauptberuflich im Marketing arbeitet. „Ich freue mich auf die kommenden zwei Jahre als Königin und vor allem auf die Erfahrungen, die ich dabei sammeln kann“, betont sie. Scheu, vor großen Gruppen zu sprechen, habe sie nicht. Eine wichtige Voraussetzung für die kommende Zeit – schließlich ziehen Veranstaltungen wie der Lamm-Auftrieb in Mörnsheim oder der Lamm-Abtrieb in Böhming mehrere Tausend Besucher an.

Fokus auf die Schäferei im Naturpark Altmühltal

Einen Einblick in das, was sie während ihrer Amtszeit erwartet, gab ihr die noch amtierende „Altmühltaler Lamm“-Königin Annemarie Mack. Ob bei der „Grünen Woche“ in Berlin, beim Neujahrsempfang von Ministerpräsident Markus Söder, auf dem Weihnachtsmarkt in der französischen Küstenstadt Anglet oder vor Kindergartenkindern: Annemarie Mack vertrat das Altmühltaler Lamm mit viel Engagement und Freude. „Für mich war es sehr wichtig, das Interesse auf unsere heimische Schäferei zu lenken. Umso schöner war es, dass die Menschen auch wirklich offen dafür waren“, blickt sie zurück.

Sichtbares Zeichen ihrer zahlreichen Termine ist ihre Königinnenschärpe. Diese hat durch die vielen Pins und Abzeichen, die sie im Laufe ihrer Amtszeit gesammelt hat, deutlich an Gewicht zugenommen; kaum ein Fleckchen Stoff ist frei geblieben. Dass ausgerechnet die Lammkönigin bei der Deutschen Hopfenzupfenmeisterschaft in der Hallertau als Siegerin hervorging, darf Annemarie Mack als ganz persönlichen Erfolg verbuchen.

Engagement für den Landschaftsschutz

Für ihr Engagement bedankten sich die Projektverantwortlichen, die zur Vorstellung der neuen Königin zusammengekommen waren: Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal, Mörnsheims Bürgermeister Richard Mittl, Erich Neulinger, Vorsitzender des Vereins der Hüteschäfer im Naturpark Altmühltal, sowie Klaus Amann, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Kelheim. Sie waren sich einig, dass Annemarie Mack das Altmühltaler Lamm hervorragend nach außen vertreten hat.

„Sie hat nicht nur das Altmühltaler Lamm als regionales Produkt gestärkt, sondern auch seine Bedeutung für den Landschaftsschutz hervorgehoben“, so Christoph Würflein. Denn wenn die Schäfer nicht seit Jahrhunderten mit ihren Herden die artenreichen Wacholderheiden vor dem Verbuschen bewahren würden, „hätten wir draußen einfach nur noch Wald“, führte Würflein weiter aus. Gerade der Wechsel aus Wald, Wacholderheiden und Flusstälern mache jedoch den landschaftlichen – und damit auch touristischen – Reiz des Naturpark Altmühltal aus.

Schäfer Erich Neulinger ergänzte, dass das vor knapp 30 Jahren ins Leben gerufene Projekt nicht nur die Vermarktung des Lammfleisches rentabler gemacht habe, sondern der Schafhaltung auch eine stärkere Stimme in der Politik verliehen habe. Dazu passt, dass die Vereinten Nationen 2026 zum „Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums“ ausgerufen haben, um Bauern und Hirten weltweit mehr Gehör zu verschaffen – und die neue Lammkönigin wird dazu sicher ihren Beitrag leisten. (npa)

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