Wenn die Sonne scheint, zieht es uns nach draußen – und was darf da auf keinen Fall fehlen? Genau: Spiele, die man einfach einpacken und überall spielen kann. Ich habe für euch eine Auswahl zusammengestellt, die genau dieses herrlich chaotische Sommer-Feeling einfängt: kurzweilige Spiele, die einfach Spaß machen, jede Menge Lacher garantieren und perfekt für unterwegs oder einen lockeren Spieleabend geeignet sind.
Ich steck’ im Lift ist ein turbulentes Kartenspiel, bei dem ein simpler Auftrag schnell ins Chaos kippt: Pakete sollen in die richtigen Etagen geliefert werden – doch Mitspieler funken dazwischen, und Baustellen legen Stockwerke lahm. So läuft’s: Jede:r notiert geheim eine Ziel-Etage. Dann wählt jede:r gleichzeitig eine Fahrkarte und legt sie verdeckt aus. Aufdecken, Werte zusammenzählen – der Lift fährt los. Trifft er deine Etage, gibt’s Punkte. Danach wird neu geplant, und die nächste Runde startet.
Mein Fazit: Schnell erklärt, sofort spielbar und herrlich unberechenbar – besonders in großer Runde. Je mehr mitmachen, desto wilder das Durcheinander. Perfekt als lockerer Einstieg oder als lustiger Abschluss eines Spieleabends.
Ich steck’ im Lift von Watthanachai Treedecha und Thotsaphon Deeratsamee, erschienen im Verlag Board Game Circus, ca. 19 Euro.
Weiter geht’s mit Hier. So schallt es überall durch die Pinguinkolonie, denn alle sind auf Partnersuche. Gesucht wird immer der Pinguin, dessen Zahl möglichst nah an der eigenen liegt. Klingt simpel? Wird schnell hektisch!
Alle starten mit fünf Karten auf einem verdeckten Stapel. In der Mitte liegen offene Karten. Sobald eine neue Karte aufgedeckt wird, heißt es: blitzschnell die passende Zahl finden! Wer zuerst richtig zugreift, wird seine Karte los. Dann geht’s direkt weiter mit der nächsten Suche. Wer zuerst alle Karten ablegt, gewinnt. Varianten bringen zusätzliche Würze: mehr oder weniger Karten für längere oder kürzere Runden, Strafkarten bei Fehlgriffen oder ein wachsendes Kartenchaos in der Mitte.
Mein Eindruck: Fix erklärt, sofort spielbar und herrlich wuselig. Besonders mit mehreren Personen entfaltet sich der volle Spaß. Ein perfektes Reaktionsspiel für zwischendurch – niedlich gestaltet, aber ganz schön knifflig!
Hier von Ralf zur Linde, erschienen im Verlag Abacusspiele, ca. 10 Euro.
Bei Falsche Schlangen wird gelogen, geblufft und ständig die Seite gewechselt: In der Dunkelheit versuchen einige, Chaos zu verbreiten, während andere das „Licht“ zurückbringen wollen. Das Problem: Niemand weiß genau, wer gerade zu welchem Team gehört – und das kann sich jederzeit ändern. Reihum werden Zahlenkarten weitergegeben, oft wird dabei gelogen. Wer zu gutgläubig ist, tappt schnell in die Falle. Besonders fies: Mit bestimmten Karten wechselst du plötzlich die Seite – Verbündete werden Gegner. Auch scheinbar harmlose Zahlen können täuschen und für Verwirrung sorgen.
Meine Meinung: Schnell verstanden, sofort mittendrin. Nach kurzer Eingewöhnung entsteht ein lebhaftes Hin und Her aus Verdächtigungen, Tricks und viel Gelächter. Ab vier Personen entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Ideal für alle, die Social-Deduction-Spiele und überraschende Wendungen lieben.
Falsche Schlangen von Emely, Inka, Lukas und Markus Brand, erschienen bei Edition Spielwiese, ca. 15 Euro.
Über den Autor:
Brettspielexperte Bernhard Löhlein stellt in Bayern mittendrin neue Spiele vor. Seit Jahrzehnten befasst sich der Ingolstädter Journalist (und Mitglied im Spieleclub Ali Baba) mit Brettspielen. Er war zudem viele Jahre Sprecher der Jury zum Spiel des Jahres.
