Eine langsame Annäherung an die Menschen, die er fotografiert, sind ein Markenzeichen des international ausgezeichneten Dokumentarfotografen Florian Bachmeier. Geduldig beobachtet er, wie die Menschen leben, wie sie mit den Umbrüchen umgehen, die durch Gewalt, Krieg und Migration entstehen. Aber auch ein verlassenes Zimmer, ein Friedhof, eine Landschaft erzählen vom Leben der Menschen.
Ungewöhnliche Ausstellungsräume hat das Brückenkollektiv in Neuburg an der Donau dem Fotografen Florian Bachmeier und der Kuratorin Mechtild Manus angeboten: die verlassenen Räume der ehemaligen Kaserne auf dem THI Campus Neuburg an der Donauwörther Straße B83. Vom 3. Oktober bis zum 8. November 2026 sind hier 42 Fotografien aus neun Ländern zu sehen, die – so der Titel der Schau – IM OSTEN liegen: Tschechien, Polen, Belarus, Moldau, Georgien, Rumänien, Griechenland, Serbien und in die Ukraine.

Für Florian Bachmeier ist der Osten „weniger eine geografische als eine mentale Landschaft. Der Osten entsteht aus Vorstellungen, Ängsten und Bildern, die sich über Jahrhunderte verfestigt haben. Für viele Menschen in Deutschland ist er bis heute ein Raum des Anderen: geprägt von Konflikten, Armut, Korruption, zerfallenden Imperien und einer Geschichte, die nicht vergehen will.“
Den Osten begreift Bachmeier dagegen nicht als Gegenwelt zum Westen, „sondern als Ort, an dem die Verletzlichkeit Europas sichtbar bleibt. Hier sind die Brüche der Geschichte noch lesbar. Gerade deshalb stellen sich hier Fragen, die überall gelten: Was bedeutet Würde? Woraus speist sich Hoffnung? Wie bewahren Menschen ihre Erinnerungen? Und wie richten sie sich immer wieder neu in einer sich ständig verändernden Welt ein?“
Internationale Anerkennung fand die künstlerische und politische Haltung von Florian Bachmeier, als ihn World Press Photo im Frühjahr 2025 mit dem Preis für das beste Einzelfoto in der Kategorie Europa auszeichnete.
Über den Dokumentarfotografen Florian Bachmeier
Der international ausgezeichnete Dokumentarfotograf Florian Bachmeier (*1974) ist ein Grenzgänger zwischen Journalismus und Kunst. Als Reporter bildet er die harte Wirklichkeit ab, als Künstler verleiht er durch Licht und Schatten, Nähe und Tiefe seinen Bildern eine herbe Schönheit. Seine Fotografien erscheinen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, taz, Der Standard, Neue Zürcher Zeitung, The Times, El Diario, Der Spiegel, Die Zeit, Profil, Capital, stern, mare, Geo und Amnesty Journal. Ausstellungen präsentierten seine Bilder unter anderem in Madrid, Arles, Tirana, München, Frankfurt am Main, Berlin, Eltville am Rhein und Trier. Er wird vertreten durch die Galerie Buchkunst Berlin. Florian Bachmeier lebt am Schliersee in Oberbayern und in Madrid. (mm)
