Abschluss der diesjährigen Orgelmatinee
Zum Abschluss der diesjährigen „Orgelmatinee um Zwölf“-Saison lädt das Kulturamt der Stadt Ingolstadt herzlich ein: Am Sonntag, 20. September, um 12 Uhr gestaltet der italienische Organist Olimpio Medori aus Florenz die letzte Matinee mit einem Programm, das die Kunst der Toccaten und Variationen im 17. Jahrhundert in den Mittelpunkt stellt.
Auf dem Programm stehen Werke von Girolamo Frescobaldi und Dietrich Buxtehude. Den Auftakt macht Frescobaldis Toccata nona „Non senza fatiga si giunge al fine“ aus dem Secondo libro di Toccate (1627). Der Titel – „Nicht ohne Mühe gelangt man ans Ziel“ – verweist auf die virtuose, kraftvolle Anlage des Stücks: Die Toccata entfaltet sich in kontrastreichen Abschnitten mit akkordischen Passagen, schnellen Läufen und expressiven Harmonien, die den Organisten wie die Zuhörenden auf eine anspruchsvolle, lohnende Reise mitnehmen.
Darauf folgt Frescobaldis „Cento Partite sopra Passacagli“ (Aggiunta 1637), eine monumentale Folge von 100 Variationen über ein Passacaglio-Thema. In dieser Form zeigt sich Frescobaldis Meisterschaft im Umgang mit wiederkehrenden Bassmodellen: Über einem schreitenden Grundmuster entfaltet er ein Kaleidoskop aus Figurationen, Rhythmen und Registrierfarben, das die Möglichkeiten der Orgel ebenso erkundet wie die Kunst der Improvisation und Variation im Barock.
Den zweiten Teil des Konzerts widmet Medori der norddeutschen Orgeltradition mit zwei Werken von Dietrich Buxtehude. Die Ciacona e-Moll BuxWV 159 ist eine charakteristische Variationenfolge über ein achttaktiges Bassmodell; in ihr verbinden sich gravitätische Grundhaltung und fein ausgearbeitete Figuration zu einem spannungsreichen Ganzen, das die Klangpracht der Orgel in Mollfarben besonders eindringlich zur Geltung bringt.
Den Abschluss bildet Buxtehudes Toccata F-Dur BuxWV 157, ein Werk von strahlender Helligkeit und virtuoser Leichtigkeit. Typisch für die norddeutsche Toccatenkunst wechseln sich freie, improvisatorische Abschnitte mit strengen Fugenteilen ab; in der F-Dur-Toccata gesellen sich dazu perlende Läufe, klare Themenführungen und ein jubelnder Schluss, der die Matinee festlich ausklingen lässt.
Der Gastkünstler Olimpio Medori absolvierte sein Studium am Conservatorio di Musica Francesco Morlacchi in Perugia in der Orgelklasse von Prof. Wijnand van de Pol. Seine Dissertation über die Orgelwerke von Dieterich Buxtehude wurde am Conservatorio di Musica Girolamo Frescobaldi in Ferrara mit Auszeichnung angenommen; weitere Studien führten ihn nach Bologna. Meisterkurse besuchte er u. a. bei Ton Koopman, Harald Vogel, Michael Radulescu, Michel Chapuis, Ewald Kooiman und Jesper Christensen; mit einem Stipendium vertiefte er Alte Musik in der Orgelklasse von José Luis González Uriol in Lissabon.
Als Organist und Cembalist konzertiert Medori in den meisten Ländern Europas sowie in Russland und Südamerika; zahlreiche Rundfunk- und CD-Einspielungen dokumentieren sein künstlerisches Schaffen. Als Orgelexperte ist er Mitglied der Diözesankommission für die Orgeln der Region Prato und Organist emeritus an bedeutenden Instrumenten in der Toskana.
Das Programmheft 2026 mit allen Künstlerinnen und Künstlern der Matineen ist digital abrufbar unter www.kulturamt-ingolstadt.de/orgelmatinee.
Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei, um Spenden wird gebeten.
