Best of 10 Jahre Movie Night Orchester

    Wenn am nächsten Wochenende das Movie Night Orchester zum Konzert bittet, dann steht dieses unter einem besonderen Stern. Der inzwischen weit über die Stadtgrenzen Eichstätts hinaus bekannte Klangkörper verwöhnt nämlich seit genau zehn Jahren jeweils am letzten Septemberwochenende sein Publikum und wird dies auch nächstes Wochenende anlässlich seines ersten runden Geburtstages tun, stets mit einem hohen musikalischen Anspruch an sich selbst, einem durchaus genialen und eigenen Stil und vor allem einer Tugend: Leidenschaft.

    Diese Begeisterung hat auch einen Namen und ist in erster Linie im Leiter des Ensembles, Gerhard Reissig, begründet, der seit zehn Jahren am Dirigierpult steht und, als es 2015 zur Vereinsgründung kam, auch dem gleichnamigen eingetragenen Verein als Vorsitzender vorsteht. Diese Vereinsgründung war bereits nach kurzer Zeit notwendig geworden, damit, so Reissig selbst, die wachsenden Aufgaben als auch Ansprüche des immer mehr werdenden Publikums erfüllt werden konnten.

    Blickt man zurück in die Anfänge des Orchesters, so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es aus einer Silvesterlaune heraus entstanden ist. Am letzten Tag des Jahres 2011 reifte nämlich in Gerhard Reissig der Wunsch, ein Orchester zu gründen, das sich ausschließlich der Filmmusik und seinen verwandten Genres widmet. Der auch heute noch an der Anton-Jaumann-Realschule in Wemding tätige Musiklehrer setzte seinen Vorsatz sehr schnell in die Tat um, denn bereits im Jahre 2012 fand das erste Konzert statt, damals noch im Kolpingssaal. Es sollte auch das einzige dort bleiben, nicht zuletzt, weil die Resonanz auf das Auftaktkonzert hervorragend, ja fast enthusiastisch war. So beschloss man, im nächsten Jahr ins ASTHE zu gehen. Dort fanden auch seitdem alle weiteren Konzerte statt, ab 2014 dann auch jeweils mit einem Zusatzkonzert am Sonntag. Auch für Konzerte in Langenaltheim und in Weißenburg wurde das Orchester gebucht.

    Bei allen Konzerten sorgt Gerhard Reissig jeweils selbst für die Musikauswahl, stellt das Programm zusammen, sichtet und ordert Noten, arrangiert und besorgt die Musiker. „Um Filmmusik machen zu können, braucht es einen Orchesterapparat von ca. 50 Musikern: innen, denn nur so kann man Leinwandbildern eine einzigartige Magie verleihen: facettenreich, emotional, stimmungsvoll oder auch trocken und nüchtern. So können  Lebensfreude und Lebensschmerz, Streit und Versöhnung, Protest und Hingabe zum Ausdruck gebracht werden.

    Keine Frage, Filmmusik beeinflusst die Filmbilder, verstärkt sie oder vermittelt sogar weitere Botschaften über die Szene hinaus. Gelegentlich wird sie auch als ein musikalisches Kunstwerk bezeichnet, das beim Sehen hilft.

    Und dieses Kopfkino setzte das Movie Night Orchester bei jedem seiner Konzerte bei den Besuchern in Gang, sei es bei absolut bekannten Klassikern bzw. Blockbustern, wie Star Wars oder Ben Hur oder populären Musicalmelodien

    Hohen Qualitätsanspruch legt Gerhard Reissig bei den Musikern: innen an, die alle gegen eine geringe Gebühr, meist nur eine Aufwandsentschädigung spielen. „Es ist bei Ihnen eine Herzensangelegenheit, dass sie mit dabei sind“, weiß Reissig die Einstellung und das Engagement seines Ensembles zu schätzen.

    Grundsätzlich gab es in jedem Jahr ein neues Programm, das gleichzeitig interessante Solisten und Solistinnen bedingte, sowohl instrumental als auch gesanglich. Erinnert sei an die Konzerte in den Jahren 2013 und 2014, als Frank Rhone seinem Akkordeon leise und behutsame Töne entlockte, während Hildegund Weber mit ihrer Panflöte und ihrem samtig weichen Klangfarbe Wehmut sowie eine unbestimmte Sehnsucht nach der Ferne erzeugte. Als zur Saison 2016 „die Kinder des Monsieur Mathieu” den Weg ins Programm fanden, benötigte man ein Ensemble junger Stimmen. Extra zum Konzert wurde kurzer Hand ein Jugendchor, der sich unter Mithilfe des damaligen Domkapellmeisters Christian Heiß aus Mitgliedern der Jugendkantorei zusammensetzte, ins Leben gerufen. 2018 übernahm den Vokalpart ein Auswahlchor aus dem großen Chor des musischen Gabrieli-Gymnasiums Eichstätt, welcher eigens für die MNO-Konzerte 2018 zusammengestellt wurde und vom Fachschaftsleiter Musik Michael Beck einstudiert wurde.

    Parallel konzertierte Sopranistin Anna Magdalen Perwein: darstellerisch wie stimmlich eine Augenweide. Gesangssolisten:innen prägten auch das Konzert im Jahre 2019: Denise Liepold, Andrea Funk, Helena Wolf und Franz Dickmann begeisterten zusammen mit Deborah Harrison in einem fulminanten und herausragenden Konzert mit bekannten Musicalmelodien.

    Eine einzige Pause legte das Orchester coronabedingt im Jahre 2020 ein, während es im letzten Jahr zwar eine kürzere Konzertversion gab, das Programm dann viermal gespielt wurde, damit möglichst Besucher, vor allem das treue Stammpublikum in den Genuss der virtuosen und anspruchsvollen Musik kommen konnte.

    Auch in diesem Jahr erwartet das Publikum mit Elisabeth Lindner als Solo-Violonistin und Christoph Semmlinger als Solo-Oboist wieder herausragende Solokünstler. Ebenso wird Denise Liepold zu hören sein, die aber auch gleichzeitig als Conférencier an der Seite des Neuburger Multitalents Georg Thaller durchs Programm führen wird. Georg Thaller verdient wie kein andere den Namen „Urgestein“ des MNO, stand er doch bei jedem Konzert auf der Bühne, zunächst zusammen mit Cornelia Schneider, aber auch als Gesangssolist. Unvergesslich seine Performance des “Typewriters”, eines absolut witzigen Orchesterstücks von Leroy Anderson aus dem Jahre 1950, bei dem ein alter Mercedes die Hauptrolle spielte. Nein, kein Vehikel, sondern eine Schreibmaschine des gleichnamigen Büromaschinenherstellers. Georg Thaller war Hauptinterpret, und allein sein Minenspiel war damals den Eintritt wert. Die alte Schreibmaschine kam als Instrument zum Einsatz, Tastenanschläge, die Schreibmaschinenglocke und der Wagenrücklaufmechanismus wurden perfekt eingesetzt.

    Am nächsten Wochenende, Samstag, 24. September, um 19 Uhr und am Sonntag, 25. September, um 17 Uhr ist es dann wieder so weit. In einem Best-of-Programm wird im ASTHE Filmmusik aufgeführt, die das Movie Night Orchester in den vergangenen zehn Jahren gespielt hat: aufgereiht auf einer Perlenkette mit ausgewählter Musik vom knackigen Blockbuster bis hin zu sentimentalen Balladen.

    Karten gibt es über OK-Ticketverkauf des Donaukurier und die angegliederten Vorverkaufsstellen zu 24/22/20 Euro. Wie immer gibt es auch um 5 Euro ermäßigte Karten für Schüler-innen, Studenten-innen und Rollstuhlfahrer-innen sowie Begleitpersonen. (max)

    Schlagwörter:

    Datum

    Sep 24 2022
    Abgelaufen!

    Uhrzeit

    19:00

    Standort

    Altes Stadttheater Eichstätt
    Residenzplatz 17, 85072 Eichstätt
    Kategorie

    Veranstalter

    Movie Night Orchester
    Webseite
    https://www.movienightorchestra.de/
    QR Code