Kulturherbst SOB: Pianist Andreas Skouras
Wie kann Musik Geschichte erzählen? Dieser Frage widmet sich der Pianist Andreas Skouras am Sonntagvormittag, 18. Oktober, im Rahmen des Schrobenhausener Kulturherbstes. Unter dem Titel „Münchner Klaviersonaten 1939–1948 – Musik als Zeitzeugnis“ präsentiert er im Pavillon der Musikschule Werke aus einem Jahrzehnt, das von Krieg, Nationalsozialismus und tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war.
Zwischen dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und den ersten Nachkriegsjahren entstanden in München Kompositionen, die von sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten und Erfahrungen ihrer Urheber geprägt sind. Andreas Skouras stellt in seinem Konzert Werke von Wolfgang Jacobi, Karl Amadeus Hartmann, Werner Egk und Hans Winterberg gegenüber und zeichnet damit ein vielschichtiges musikalisches Porträt dieser Epoche.
Dabei stehen nicht nur die Werke selbst im Mittelpunkt, sondern auch die unterschiedlichen Biografien ihrer Komponisten. Wolfgang Jacobi komponierte während der NS-Zeit im Versteck. Karl Amadeus Hartmann setzte mit seiner Sonate „27. April 1945“ ein eindringliches musikalisches Zeichen gegen das NS-Unrecht. Dem gegenüber steht Werner Egk, dessen Wirken und Rolle im NS-Staat Fragen nach der Verantwortung von Kunst und Künstlern in einer Diktatur aufwirft. Hans Winterberg, der nach KZ-Haft und seiner späteren Übersiedlung aus der kommunistischen Tschechoslowakei in München eine neue Heimat fand, ergänzt dieses facettenreiche Bild.
Die Zusammenstellung macht deutlich, wie unterschiedlich Künstler dieselbe historische Zeit erleben und verarbeiten konnten. Das Konzert lädt dazu ein, die ausgewählten Werke nicht nur als Musikstücke zu hören, sondern sie auch vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit und der Lebenswege ihrer Komponisten zu betrachten.
Mit Andreas Skouras ist ein Pianist zu Gast, der dieses besondere Programm im Rahmen des Kulturherbstes musikalisch präsentiert. Die Sonntagsmatinée im Pavillon der Musikschule, verbindet musikalischen Genuss mit historischer Auseinandersetzung.
„Münchner Klaviersonaten 1939–1948 – Musik als Zeitzeugnis“ findet am Sonntag, 18. Oktober 2026, von 11 bis 12.30 Uhr im Pavillon der Musikschule statt. Einlass ist ab 10.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 20 Euro. Anmeldungen sind über die vhs Schrobenhausen möglich – online unter www.vhs-sob.de, per E-Mail an vhs@vhs-sob.de, telefonisch unter 08252 89400 oder persönlich in der Geschäftsstelle. Soweit noch Plätze verfügbar sind, können Eintrittskarten auch direkt an der Abendkasse erworben werden.
