Tanztage: MiR Dance Company

An diesem Abend stehen zwei Stücke der MiR Dance Company (14.5.) mit anschließendem Künstlerinnen- und Künstlergespräch auf dem Programm. Den Start macht „Millennials“ unter der Überschrift „Die Unfähigkeit, sich verbunden zu fühlen“. Freiheit, Offenheit und vielfältige Möglichkeiten prägen das Selbstverständnis der zwischen 1981 und 1999 geborenen Generation der Millenials. Erfahrungen, über die man posten kann, gelten als Messlatte für Erfolg und persönliches Glück – so steigt der Druck, die individuellen Freiheiten auch auszuleben. Die Angst davor sich festzulegen, zu verpflichten und zu binden führt in eine Einsamkeit, die durch überbordende digitale Vernetzung nur unzureichend kompensiert werden kann.

Der Choreograf Marcos Morau, selbst Teil dieser Generation, richtet seinen Blick daher auf die Suche nach Verbundenheit und Sinn in unserer digital vernetzten Welt. In Millennials, das er 2018 für Tänzerinnen und Tänzer seines experimentellen Theaters „La Veronal“ und des taiwanesischen Ensembles „B.Dance“ kreiert hat, erforscht er mit eindrucksvoller Bildsprache neue Formen von Nähe und Zwischenmenschlichkeit und macht sichtbar, wie Gemeinschaft und Identität heute neu verhandelt werden.

Der zweite Teil des Abends trägt den Titel „Hasard & Boléro“. Im vorangestellten Stück Hasard greift Komponist Yehezkel Raz Ravels Themen auf, kehrt sie um, setzt sie einen Halbton tiefer und verlangsamt radikal den Rhythmus. Die Melodie ist kaum noch erkennbar. Stattdessen entsteht eine ruhige Impulslosigkeit, die den Tänzerinnen und Tänzern den festen Boden für ihre Schrittfolgen zu entziehen scheint.

Foto: Zorán Varga

Im zweiten Teil folgt der pulsierende Boléro. Dessen elementaren Beat erforscht Sita Ostheimer choreografisch und blickt dabei hinter Ravels Mythos – auf das, was uns Menschen antreibt. Denn alles Leben pulsiert im Rhythmus: Herzschlag, Atem und Schritte. Parallel zur Musik wächst auch die Choreografie zum körperlichen Crescendo: Vom feinen Fingerspiel steigert sich die Dance Company – immer schneller, höher, weiter – bis zur völligen Erschöpfung. Der Verzicht auf Bühnenbild und Illusion rückt den Menschen in den Mittelpunkt und lässt das Rohe und Unperfekte sichtbar werden – unser Sehnen, Scheitern und Wiederaufstehen. Klatschen und Stampfen verweisen dabei auf die volkstänzerischen Wurzeln des Bolero. Sponsor des Abends ist die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt.

Tickets gibt es im Westpark Ingolstadt und über Ticket Regional (www.ticket-regional.de).

Weitere Informationen und Anmeldung für das Uban Dance Battle:
www.kulturamt-ingolstadt.de/tanztage

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Datum

Mai 14 2026

Uhrzeit

20:00 - 22:00

Standort

Theater am Glacis
Jahnstraße 9, 85049 Ingolstadt

Kategorie

Veranstalter

Kulturamt Ingolstadt
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