Tommaso Mazzoletti an der Großen Klais-Orgel
In der Reihe SamstagOrgel ist am Samstag, 13. Juni 2026, um 12 Uhr im Ingolstädter Liebfrauenmünster Tommaso Mazzoletti an der Großen Klais-Orgel zu hören. Das Programm widmet sich mit Werken von Marco Enrico Bossi einem farbenreichen, virtuosen und zugleich tief empfindsamen Kapitel der italienischen Orgelmusik.
Im Zentrum steht Bossis Thème et Variations op. 115 (1899), ein groß angelegtes Variationswerk, das von einem klaren Thema aus in immer neue Charaktere, Klangfarben und Spannungszustände führt. Ergänzt wird es durch das lebhafte Scherzo F-Dur op. 49/1, das elegante Impromptu à la Chopin op. 49/3 und die konzertante Étude symphonique op. 78. So entfaltet sich ein Programm, das die Orgel zwischen Brillanz, Lyrik und orchestraler Weite in besonderer Weise zur Geltung bringt.
Tommaso Mazzoletti wurde 1991 in Novara geboren und begann seine musikalische Ausbildung am Klavier, bevor er im Alter von zwölf Jahren seine Berufung für die Orgel entdeckte. Zunächst studierte er am Conservatorio seiner Heimatstadt und setzte anschließend seine Ausbildung am Conservatorio di musica Giorgio Federico Ghedini in Cuneo in der Klasse von Massimo Nosetti fort, wo er sein Studium in Orgel und Orgelkomposition mit Auszeichnung abschloss.
2016 erwarb er einen Master of Arts an der Haute École de Musique de Genève bei Alessio Corti, 2020 das Solistendiplom an der Haute École de Musique de Lausanne bei Jean-Christophe Geiser. Nach zehn Jahren als Organist der mittelalterlichen Abtei Abbazia di San Nazzaro Sesia wurde er 2016 Hauptorganist der reformierten Tempel in Gland und Vich; seit 2020 ist er zudem Titular-Organist der Kuhn-Orgel in der Kirche Sainte-Thérèse in Lausanne. Seit 2023 wirkt er als Orgelprofessor am Conservatorio di musica Antonio Scontrino in Trapani.
Als regelmäßiger Gast großer internationaler Festivals konzertiert Mazzoletti in ganz Europa und den Vereinigten Staaten. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Nationalen Kunstpreis von Rom, dem Pierre-Segond-Preis des Kantons und der Republik Genf sowie einem Kulturförder-Stipendium der Stadt Gland. Darüber hinaus arbeitet er an einer Gesamteinspielung der Werke von Enrico Bossi.
Der Eintritt bleibt bewusst niedrig: 5 Euro. Karten gibt es an der Tageskasse (nur Barzahlung), geöffnet 30 Minuten vor Konzertbeginn. Der Zugang erfolgt über den Eingang Bergbräustraße gegenüber der Münster-Tiefgarage.
Digital gibt es das vollständige Programm bereits online unter www.samstagorgel.de. Mit ihrer lebendigen Vielfalt und ihrer offenen Atmosphäre ist die „SamstagOrgel“ längst zu einer festen Klangtradition geworden – ein Ort für Seele, Musik und Begegnung.
