Römer, Schiffe und ein wenig Meuchelei

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    „Ad arma!“ tönt es durch den Klenzepark. „Oculos ad dextram!“ lautet das nächste Kommando und eine Gruppe römischer Legionäre folgt den Anweisungen. Die Herren in ihren Rüstungen gehören zur neunten Bataver Kohorte aus Ruffenhofen und der italischen Legion III Pia Fidelis aus Ingolstadt. Reenactment nennt man das neudeutsch – hier wird die Antike lebendig und das möglichst historisch korrekt. Das haben sie mit den beiden Objekten gemein, um die es bei diesem „Einmarsch der Römer“ eigentlich ging: Die nachgebauten Römerboote Danuvia Alacris (DVC) und Fridericiana Alexandrina Navis (F.A.N.) sollten in Ingolstadt ihre Reise donauabwärts antreten und in Kelheim durch ein drittes Boot mit Namen Regina verstärkt werden, um dann zusammen die „Connecting Cruise“ im Rahmen des EU Interreg DTP Projektes “Living Danube Limes” anzutreten. Der Plan musste allerdings ein wenig geändert werden…

    Nachdem die römische Segnungszeremonie abgeschlossen war („Sacrum finitum est“), begrüßte Dr. Beatrix Schönewald, Leiterin des Ingolstädter Stadtmuseums, die Gäste. „Es ist ein herrliches Erlebnis, vor diesen beiden Schiffen zu stehen“, erklärte sie. Und sie informierte auch darüber, warum die Danuvia alacris und die Fridericiana Alexandrina Navis nicht wie ursprünglich geplant zu Wasser gelassen werden konnten. Das derzeitige Niedrigwasser der Donau ist Schuld. Die Weltenburger Enge sei derzeit gesperrt und dürfe aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht durchfahren werden, ergänzte Prof. Boris Dreyer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg (FAU). Der Leiter des Projekts Römerschiffe meinte mit Blick auf Corona, Niedrigwasser und mögliche Beeinträchtigungen der Reise ans Schwarze Meer durch den Ukraine-Krieg: „Das Opfer möge uns helfen, dass ab jetzt gar keine Widrigkeiten auftauchen.“

    Projektleiter Prof. Dr. Boris Dreyer von der Professur für Alte Geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg (FAU) mit Legionären aus Ruffenhofen und Ingolstadt

    Und so blieb man in Ingolstadt an Land – mit der Hoffnung auf bessere Zeiten und bessere Pegelstände. So wurde es auch nichts mit den angekündigten Möglichkeiten, in einem solchen Römerboot mitzufahren. Dafür demonstrierten die Legionäre, wie und was römische Soldaten trainert haben – inklusive fast geräuschlosem Überraschungsangriff auf die Wachen: „Es wird gemeuchelt und keinem fällts auf.“

    Vorbilder aus Manching

    2016 begann Althistoriker Prof. Dr. Boris Dreyer von der Professur für Alte Geschichte mit der Rekonstruktion des ersten Bootes. Vorlage für die Fridericiana Alexandrina Navis sind die zwei Oberstimm-Wracks im Römer- und Keltenmuseum Manching. Sie stammen aus der Zeit 100 n.Chr. und sind als Patrouillen- und Geleitzugboote in den mittelfränkischen Gewässern und entlang der Donau zur Grenzkontrolle und Vorfeldverteidigung gefahren. 2021 begann die Arbeit an der Danuvia Alacris (hier sind die Vorbilder im Antiken Schifffahrtsmuseum Mainz zu finden), die ihren Stapellauf Mitte Juni erlebte.

    Mehr zum Projekt: https://www.fau.de/die-roemerboote-der-fau/

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