Neue Saison „Hortus in der Stadt“ in Eichstätt

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    Hoch über den Dächern von Eichstätt liegt ein echtes Gartenjuwel: Im Schutz der Willibaldsburg wachsen, gedeihen und blühen im Bastionsgarten Pflanzen aus aller Welt. Die Pracht des Gartens, der 2023 seinen 25. Geburtstag feiert, ist aber nicht nur „oben“ auf der Burg, sondern auch „unten“ in der Stadt zu Hause. Dafür steht das Projekt „Hortus in der Stadt“.

    Ein Buch als grünes Vermächtnis
    Seit 1998 begeistert der Bastionsgarten, doch seine Geschichte geht viel weiter zurück. Seine Wurzeln liegen im „Hortus Eystettensis“ und damit in einem Garten, der zu seiner Zeit zu den bedeutendsten in ganz Europa zählte. Er war das grüne Vermächtnis des Eichstätter Fürstbischofs, der als weitgereister und kunstsinniger Mann 1597 damit begann, botanische Besonderheiten zu sammeln. Er kultivierte exotische Pflanzen aus ganz Europa, Asien und Amerika in Gärten, die er rund um die Eichstätter Willibaldsburg anlegen ließ.

    Im Jahre 1600 beauftragte der Fürstbischof den Nürnberger Apotheker und Botaniker Basilius Besler, die Pflanzen seines Gartens  wissenschaftlich zu kategorisieren und in einem Buch festzuhalten. So erschien 1613 der kolorierte Erstdruck des „Hortus Eystettensis“, der bis heute als eines der großartigsten Werke botanischer Buchillustration gilt.

    Runder Geburtstag auf der Schmiedebastion
    Der historische „Hortus Eystettensis“ hat die Zeiten nicht überdauert – wohl aber das gleichnamige Buch Beslers. In den 1990er Jahren entstand deshalb die Idee, die im Buch abgebildeten Pflanzen wieder zusammenzutragen und auf der Schmiedebastion der Willibaldsburg einen neuen, 2000 Quadratmeter großen Informationsgarten anzulegen. Vor 25 Jahren wurde das Ergebnis unter dem Namen Bastionsgarten durch die Bayerische Schlösserverwaltung eröffnet.

    Reif für die Blumeninsel
    Durch die Aktion „Hortus in der Stadt“, die von Mai bis Oktober 2023 in ihre nächste Saison geht, machen blühende Botschafter an vielen Plätzen der Stadt auf den Bastionsgarten aufmerksam. In den beiden vergangenen Jahren wurden an mehreren Standorten – auf dem Residenzplatz, dem Leonrodplatz und dem Pater-Philipp-Jeningen-Platz, am Badsteg und am Bahnhofsvorplatz sowie an der Abzweigung zum Bahnhof – „Blumeninseln“ und Beete bepflanzt. Auch dieses Jahr wachsen dort wieder Blumen, die auch im Bastionsgarten zu Hause sind: Je nach Jahreszeit entdeckt man zum Beispiel die roten Blüten des Türkischen Mohns oder elegante Schwertlilien, freut sich an Rittersporn, Pfingstrose, Brennender Liebe und Alpenveilchen. Auch Artischocken und Paprika sind Bewohner der Blumeninseln.

    Wachsendes Wissen und Shoppingtour mit Quiz
    Das gemeinsame Projekt von Tourist-Information und Standortmanagement der Stadt Eichstätt sorgt aber nicht nur für Farbtupfer, sondern auch für wachsendes Wissen. Informationen über die Herkunft und Besonderheiten dieser Pflanzen sowie über den Bastionsgarten vermitteln die Tafeln, die sich an den Blumeninseln und Beeten befinden. Passend dazu führt eine sommerliche Shoppingtour mit einem „Quiz von Blume zu Blume“ durch Eichstätts Geschäfte. Zusätzlich schmücken prächtige Lorbeerbäume, Oleander und Oleans Fragans die Altstadt. Ein großer Dank der Stadt Eichstätt geht dabei an die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und das Priesterseminar, die der Kommune die Abbildungen aus dem Original-Werk von 1613 für die Informations-Tafeln zur Verfügung gestellt haben.

    Hortus für zu Hause: Samentüten und Mitbringsel
    Auch die Eichstätter Geschäftswelt ist in das Projekt eingebunden. Wer bei Einzelhändlern der Innenstadt einkauft, erhält im Frühsommer kostenlos ein Sonnenblumen-Samentütchen zum Einkauf dazu. Auch in der Tourist-Information selbst lohnt sich ein Shopping-Abstecher: Dort sind ein Brillenputztuch und Magnete erhältlich, die zum Bastionsgarten-Geburtstag mit Motiven aus dem „Hortus Eystettensis“ bedruckt wurden.

    Blick hinter die Gartenmauer: Führungen durch private Paradiese
    Der Bastionsgarten ist zwar der Star unter Eichstätts grünen Paradiesen, das Projekt rückt aber auch die vielen weiteren Oasen der Stadt in den Fokus. Dazu zählen der Hofgarten, der Biotopgarten und der Garten der Sinne im Innenhof des Informationszentrums Naturpark Altmühltal, der ehemalige Westenfriedhof, der Park am Graben, der KultURwald und der Kapuzinergarten Eden. Ebenso gibt es viele verborgene und private Gärten, die es wert sind, entdeckt zu werden. Oft sind sie eigentlich nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, doch im Rahmen von „Hortus in der Stadt“ ergeben sich bei diesen Führungen viele Gelegenheiten für besondere Garten-Einblicke.

    Den Auftakt macht am 21. Mai 2023 eine Tour durch das Priesterseminar Collegium Willibaldinum mit der angeschlossenen Seminargärtnerei. Kunsthistorikerin Katharina Hupp berichtet von der Geschichte und Entwicklung des Seminars, seiner Architektur und Grünanlagen. Anschließend führt eine Angestellte der Seminargärtnerei durch die Gärten. Für eine abschließende Erfrischung sorgt ein kleiner Gruß aus der Seminarküche.

    Zu Gast im Garten von St. Elisabeth sind die Teilnehmenden der Führung am 18. Juni 2023. Irene Stiegler, die das Seniorenheim St. Elisabeth leitet, erläutert die Geschichte der Einrichtung und des Gartens. Musikalisch bereichert den Nachmittag das Ensemble „Eichstätter Längsflöten“ der Musikschule MUSIK-NETZ EICHSTÄTT e.V.. Am 30. Juli 2023 steht der Garten des Caritasverbands der Diözese Eichstätt am Residenzplatz auf dem Programm. Pfarrer Franz Mattes öffnet das schmiedeeiserne Rokoko-Gartenportal und lädt ein zu Führung und Musik mit dem Flötenensemble „Flautissimae“ der Musikschule Eichstätt e.V.. Epochale Eichstätter Gärten aus Renaissance, Barock und Aufklärung stehen im Mittelpunkt der Führung am 19. August 2023. Am 28. Mai 2023 zeigt der Hofgarten seine Vielfalt und am 24. September 2023 geht es durch Eichstätts historische Weingärten (Anmeldung für alle Führungen unter Telefon 08421/6001-400 oder an info@eichstaett.de).

    Workshops, Lesungen und Naturwerkstatt für Kinder
    Vielfältige Blüten treiben außerdem die weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Projekts. So ist vom 29. Mai bis zum 11. Juni 2023 im Informationszentrum Naturpark Altmühltal die Ausstellung „Der Klimaladen“ rund um klimabewussten und nachhaltigen Konsum zu sehen. Am 4. Oktober 2023 liest Johanna von Wild in der Zentralbibliothek aus ihrem historischen Roman „Die Farben der Welt“, in dem der „Hortus Eystettensis“ eine wichtige Rolle spielt. Kreativ beschäftigen sich die Workshops von Susanne Olzem mit dem historischen Garten: Die Teilnehmenden interpretieren mit Acrylfarben und Lasurtechnik die Motive von Basilius Besler (14. und 28. Juni, 12. und 26. Juli, 23. August, 6. und 20. September 2023).

    Speziell für Kinder bietet „Hortus in der Stadt“ vier erlebnisreiche Vormittage: Sie sammeln im Biotopgarten Blüten in den Farben des Regenbogens (3. Juni 2023), lernen das Leben der Honigbiene kennen und basteln mit Bienenwachs (7. Juni 2023), entdecken die spannenden Seiten von Weinbergschnecke & Co. (1. Juli 2023) und entdecken die Natur als Schmuckwerkstatt für Blütenkranz und Blätterkrone (2. August 2023).

    Neue Broschüre zum Hortus-Projekt
    Detaillierte Infos zu den Eichstätter Parks und Gärten sowie zu allen Aktionen und Veranstaltungen des Projekts „Hortus in der Stadt“ finden sich in der neuen Broschüre, die bei der Tourist – Information Eichstätt und an den üblichen Auslagestellen erhältlich ist. (st-ei)

     

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