„Der große Wurf von Ingolstadt“ feiert Geburtstag: Der Hämer-Bau wird 60 Jahre alt. Wenn das vieleckige Herz der Stadt Jubiläum begeht, begegnen sich Kunst und Architektur, persönliche Erinnerungen und Stadtgesellschaft. Erzählungen aus Vergangenheit und Gegenwart reichen sich an diesem Abend die Hände.
Das Theaterkollektiv Frl. Wunder AG lädt gemeinsam mit Mitwirkenden des Theaters, Freund*innen des Festsaals sowie Zeitzeug*innen zur vorerst letzten feierlichen Versammlung in die Säle des Hämer-Baus ein.
Programm
ab 18.30 Uhr – Vorprogramm in den Foyers
Interventionen der Spielclubs, Beiträge ehemaliger Mitarbeitender und des Café International, szenische Presse-Rückschau, Tombola sowie Projektionen aus der Eröffnungszeit.
19.30 Uhr – Festakt
Teil I | Großes Haus
Eine Reise durch Zeiten und Räume mit Ensemblemitgliedern, Mitarbeitenden der Gewerke und Zeitzeug*innen.
Teil II | Festsaal
Showband, Spielclubs und Spektakel sowie Beiträge festsaalerprobter Gäst*innen aus
Architektur, Tanz, Musik und Stadtgesellschaft.
Im Anschluss: Finissage & Aftershowparty in den Räumen des Kunstvereins
Kreativteam
Es spielen Benjamin Dami, Sebastian Kremkow, Philip Lemke, Ralf Lichtenberg, Richard Putzinger, Teresa Trauth, Victoria Voss und Chen Emilie Yan. Die musikalische Gestaltung übernimmt Tobias Hofmann mit Band. Durch den Abend führen Manuela Brugger und Sascha Römisch.
Das Konzept, die Texte und die Regie stammen von Verena Lobert und Marleen Wolter (beide Frl. Wunder AG). An Video und Konzeptmitarbeit war Daniela del Pomar beteiligt. Die Musik wurde von Steph Krah komponiert. Für Bühne und Kostüme zeichnete Manuela Weilguni verantwortlich.
Der Hämer-Bau – ein Ort der Begegnung
Der 1966 eröffnete Hämer-Bau zählt zu den jüngsten Baudenkmälern Bayerns. Entworfen wurde er vom Berliner Architekt*innen-Paar Marie Brigitte Hämer-Buro und Prof. Hardt- Waltherr Hämer. Ihr polygonaler Sichtbetonbau setzte Maßstäbe: radikal modern, formal klar und zugleich im Dialog mit der Ingolstädter Altstadt und der klassizistischen Festungsarchitektur. Je nach Perspektive zeigt sich der Bau unterschiedlich: Zur Donau hin
geschlossen, zum Marktplatz weit geöffnet über treppenförmige Außenterrassen, die sich im Inneren in Balkonen und Foyertreppen fortsetzen. So prägt der Hämer-Bau selbstbewusst den Stadtraum und fügt sich dennoch ein. Neben dem Festsaal und dem Großen Haus des Stadttheaters beherbergt das Gebäude die Werkstattbühne des Jungen Theaters, Ausstellungsräume sowie ein Theaterrestaurant. Zur Kunst am Bau zählen die Blattgoldbilder von Heinrich Echmann sowie die Wolkensofas und die markante Lichtskulptur von Robert Haussmann. Seit seiner Eröffnung am 21. Januar 1966 ist der Hämer-Bau ein künstlerisch-kulturelles Zentrum und ein Ort der Begegnung für die Stadtgesellschaft. Ab Herbst 2026 wird das Große Haus nicht mehr bespielt, da es wegen der ausstehenden Sanierung seine Zulassung als Versammlungsstätte für Publikum verliert. Der Theaterbetrieb zieht ins Theater am Glacis als Interimsspielstätte. Zum Jahresende 2027 schließt der Hämer-Bau endgültig mit dem Auszug des Festsaals.
Frl. Wunder AG
Die Frl. Wunder AG produziert seit 2004 als siebenköpfiges Performancekollektiv Bühnenformate, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum. Ihre Arbeiten widmen sich drängenden gesellschaftspolitischen Fragen der Gegenwart. Ausgangspunkt sind Recherchen zu Widersprüchen, Utopien und biografischen Spuren – in Gesprächen mit Expert*innen aus Wissenschaft und Alltag ebenso wie durch eigene Feldforschungen.
Das Kollektiv erprobt kontinuierlich neue Theaterformate und Kooperationen und schafft partizipative Erfahrungsräume auch für ein Publikum jenseits klassischer Theaterkontexte. (stth)
Tickets unter: https://theater.ingolstadt.de/
