Die 43. Ingolstädter Jazztage, die dieses Jahr vom 7. bis 14. November stattfinden, stehen bereits zum dritten Mal unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Haffner, der das diesjährige Programm zusammen mit den Projektleitern Joey Finger und Matthias Neuburger gestaltet hat. „Kultur zu machen ist in diesen Zeiten nicht leicht – aber keine Kultur zu machen, ist keine Option“, sagt Matthias Neuburger. „Die Ingolstädter Jazztage haben bayernweite Bedeutung, dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Umso dankbarer sind wir, dass trotz gekürzter Mittel ein künstlerisch starkes und atmosphärisch dichtes Festival gelungen ist.“
Der Ticketvorverkauf hat begonnen und die Tickets gibt es ab sofort im Westpark Ingolstadt sowie über Ticket Regional (www.ticket-regional.de). Die Informationen zum Programm finden sich auf der Website der Ingolstädter Jazztage unter https://www.kulturamt-ingolstadt.de/jazztage/. Die Social-Media-Kanäle Instagram (ingolstaedter_jazztage) und Facebook (Ingolstädter Jazztage) begleiten das Festival mit spannenden Inhalten und kleinen Specials.
Die Ingolstädter Jazztage eröffnen am Samstag, 7. November, 20 Uhr im Festsaal des Stadttheaters zum dritten Mal mit ihrem „Grand Opening“ – einem Abend mit Gala-Charme, der bewusst entspannt bleibt. Zwischen Glamour und lässiger Attitüde entsteht ein Auftakt, der festlich wirkt, ohne steif zu sein.
Durch den Abend führen Sebastian Reier, besser bekannt als Booty Carrell, und Fadime Gültekin. Reier ist Schauspieler und Performer, unter anderem an den Münchner Kammerspielen, und zugleich als DJ eine eigene Marke: Booty Carrell forscht in den Weiten des Vinyls, spürt der zweiten Welle musikalischer Globalisierung nach und verbindet regionale Traditionen mit westlichen Einflüssen. Seit Jahren bringt er diese Sounds auf Europas Tanzflächen. An seiner Seite: Fadime „Fadi“ Gültekin, Ensemblemitglied des Stadttheaters Ingolstadt, die in ihrer Arbeit auch ihre Kindheit und Jugend als Kind türkischer Gastarbeiter reflektiert – mit Präsenz und Direktheit.
Das musikalische Herzstück bildet die Stromlos Jugend Bigband der Kunst- und Kulturbastei unter der Leitung von Robert Aichner. Das preisgekrönte Ensemble vereint junge Jazzmusikerinnen zwischen 12 und 27 Jahren und arbeitete bereits mit Dozenten wie Harald Rüschenbaum, Julian Ritter oder Jörn Marcussen-Wulf. Regelmäßige Konzertauftritte und Workshopphasen prägen die kontinuierliche Entwicklung der Band.
„Community Music“ setzt in diesem Jahr einen Akzent: Ein Aufeinandertreffen von Hip-Hop und Jazz verspricht neue Impulse. Höhepunkt ist die Verleihung des Jazzförderpreises – inklusive musikalischem Beitrag der Preisträgerin oder des Preisträgers.
Der darauffolgende Tag, Sonntag, 8. November, steht mit gleich drei Veranstaltungen ganz im Zeichen des Jazz. Den Start macht Jazz in der Kirche St. Matthäus, Beginn 11 Uhr, mit Batter my Soul in der Besetzung mit Tom Diewock (dr) und Gerhard Schmidt (org). Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei.
Um 18 Uhr treffen dann in der Kirche St. Augustin Sebastian Studnitzky und die Kammerphilharmonie Ingolstadt aufeinander. Die Kammerphilharmonie Ingolstadt steht für eine außergewöhnliche Verbindung von Tradition, Wandel und kultureller Offenheit. Hervorgegangen aus dem 1961 in Tiflis gegründeten Ensemble, ist der Klangkörper seit 1990 in Ingolstadt beheimatet und prägt seither das Musikleben der Region nachhaltig. Mit einem Repertoire von Barock bis Moderne, internationaler Konzerttätigkeit und zahlreichen Bildungsprojekten verbindet das Orchester künstlerische Exzellenz mit gesellschaftlichem Engagement. Seine Geschichte als Ensemble im Übergang zwischen Kulturen verleiht ihm bis heute eine besondere Identität – klanglich flexibel, stilistisch offen und geprägt von hoher kammermusikalischer Präzision.
Auch Sebastian Studnitzky bewegt sich souverän zwischen den musikalischen Welten. Als Trompeter und Pianist verbindet er Jazz, Klassik und elektronische Einflüsse zu einer eigenständigen Klangsprache. International gefragt, arbeitete er unter anderem mit Künstlern wie Nils Landgren oder Wolfgang Haffner und wurde als einziger deutscher Musiker sowohl mit dem ECHO Jazz als auch dem OPUS Klassik ausgezeichnet. Sein Spiel zeichnet sich durch Klarheit, emotionale Tiefe und eine reduzierte, zugleich hoch expressive Formsprache aus.
Mit „MEMENTO – orchestral experience“ treffen beide Klangkörper bei den Jazztagen aufeinander. Studnitzkys Werk entfaltet sich im Spannungsfeld von komponierter Struktur und improvisatorischer Offenheit: Minimalistische Motive, fragile Klangflächen und subtile Grooves verbinden sich mit orchestraler Dichte zu einem vielschichtigen Ganzen. Gemeinsam entsteht eine Musik, die Genregrenzen hinter sich lässt und im Dialog zwischen Solist und Orchester eine eindringliche, zeitgenössische Klangwelt formt.
An demselben Abend findet auch der Auftakt zu „Young Jazz Session“ statt. In diesem Format präsentieren junge Musikerinnen und Musiker, etablierte Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker sowie Jazzförderpreisträgerinnen und Jazzförderpreisträger ihr Können und geben einen Einblick in die lebendige regionale Nachwuchsszene.
Diese Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist kostenfrei, der Ort wird noch bekannt gegeben.
Am Montag, 9. November, 20 Uhr steht dann im Festsaal des Stadttheaters das erste von zwei Grand Concerts auf dem Programm, gestaltet von Landgren / Wollny / Danielsson / Haffner (ehemals 4 Wheel Drive). Das Debüt der deutsch-schwedischen Supergroup wurde 2019 zur erfolgreichsten Jazzeinspielung in Deutschland – getragen von vier eigenständigen Persönlichkeiten, die den europäischen Jazz seit Jahren prägen.
Nils Landgren gilt mit seinem unverwechselbaren Ton und großer stilistischer Offenheit als einer der international erfolgreichsten Jazzmusiker Skandinaviens. Pianist Michael Wollny zählt zu den einflussreichsten Stimmen seiner Generation und verbindet Virtuosität mit experimenteller Neugier. Lars Danielsson steht für lyrische Tiefe und einen charakteristischen, warmen Klang, während Wolfgang Haffner als einer der vielseitigsten europäischen Drummer mit untrüglichem Gespür für Groove und Dynamik gilt.
Gemeinsam entfalten sie eine Musik, die stilistische Grenzen spielerisch überschreitet. Jazz trifft auf Pop, Improvisation auf klare Form, energetische Verdichtung auf große klangliche Weite. Das Repertoire aus eigenen Kompositionen und neu gedachten Klassikern dient dabei vor allem als Ausgangspunkt für ein hochflexibles Zusammenspiel, das von Spontanität und gegenseitigem Vertrauen lebt.
So entsteht ein Sound, der gleichermaßen zugänglich und komplex ist – geprägt von vier unverwechselbaren Handschriften, die sich im gemeinsamen Spiel zu einer intensiven, lebendigen Einheit verbinden.
Am folgenden Abend, Dienstag, 10. November, 20 Uhr gehört die Bühne in der Neuen Welt der diesjährigen Trägerin bzw. des Trägers des Jazzförderpreises. Die Bekanntgabe der Gewinnerin des Gewinners folgt in den kommenden Wochen.
Im Kulturzentrum neun findet am Mittwoch, 11. November, 20 Uhr das zweite Grand Concert statt. Im Mittelpunkt steht ein Hauptact, der derzeit noch nicht genannt werden kann – weitere Informationen folgen am 10. Juni. So viel vorab: Es handelt sich um eine international renommierte Band, die seit Jahren zu den prägenden Formationen zwischen Indie, Electronica und avantgardistischem Pop zählt und weit über die Landesgrenzen hinaus für ihren unverwechselbaren Sound gefeiert wird. Ein Abend für alle, die Entdeckungen lieben – und große Namen auch ohne Ankündigung erkennen.
Den Auftakt gestaltet das Berliner Duo Bella Wakame. Mit Perkussion und modularen Synthesizern entwickeln sie einen eigenständigen Sound zwischen Experiment und Groove. Ihr Debütalbum (2025) zeigt eine stilistische Offenheit, die von dichten Texturen bis zu eingängigen, schwebenden Motiven reicht – ein konzentrierter, vielversprechender Einstieg in den Abend.
Ein Hinweis: Die mit 30 Prozent rabattierten Early Bird Tickets bleiben bis zur Bekanntgabe des Hauptacts im Vorverkauf.
„Jazz in den Kneipen“ ist eines der Highlights der Ingolstädter Jazztage am Donnerstag, 12. November. Ab 19 Uhr spielen 16 Acts in 10 Locations der Altstadt und zeigen die ganze Bandbreite von Jazz bis weit darüber hinaus. Mit dabei sind: Backstage, das „Mo“, Diagonal., Neue Welt, ZWØLF by Yankee&Kraut, Tagtraum, Rosengasse 2, Weinraum Bar, Städtische Galerie im Theater und Griesmüllers Altstadtbrauerei – überall gibt es Neues zu entdecken.
Es spielen: Cosmica Bandida, Lisa Wahllandt & Band, Adam Ben Ezra Duo, Syncopa, Sufi Dub Brothers, REG10N, Kildan World Project, Ida Valentina Trio, Ellie Harris (form of four), DJ Lilah Amar, Johannes Enders Quartett, O-H-R, Thomas Stieger & Band, Benedikt Streicher Quartett feat. Mishell Ivon, Nymmer Band und Joshua Milo & Band.
Der Abend steht für Vielfalt, Energie und musikalische Neugier – gekrönt von einer mittlerweile legendären Aftershow-Party. Die einzelnen Auftrittszeiten der Bands werden zeitnah auf der Homepage des Kulturamts bekannt gegeben.
Die legendäre Jazzparty der Ingolstädter Jazztage wird in diesem Jahr besonders denkwürdig: Der Hämer-Buro-Bau, Heimat von Stadttheater und Festsaal, wird am Freitag, 13. November, 19 Uhr, noch einmal glanzvoll in Szene gesetzt, bevor er schließen muss. Festsaal, Foyers, das Restaurant Backstage und die Städtische Galerie im Stadttheater – in der parallel das jazz:lab mit Guru Guru und Saroos stattfindet – werden zur Bühne einer rauschenden Huldigung an Musik, Architektur und urbane Kultur. Nirgendwo sonst begegnen sich Künstlerinnen und Publikum so unmittelbar.
Insgesamt werden acht faszinierende Formationen den Partyabend gestalten: Nik Bärtsch’s Ronin, Electro Deluxe, Heavytones, Ida Sand & Magnus Lindgren, Peki Momés, DJ Lilah Amar, Robinson Khoury und Chris Minh Doky & The Nomads feat. Chris Minh Doky, Manu Katché, Till Brönner, Simon Oslender.
Ebenfalls an diesem Abend steht das Abschlusskonzert von „Jazz an den Schulen“ auf dem Programm. Zuvor konnten Teilnehmende unter Anleitung von professionellen Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in Workshops an diversen Ingolstädter Schulen vertiefte Praxiserfahrungen auf dem Gebiet des Jazz sammeln. Ihre Ergebnisse präsentieren sie in der Schalterhalle der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt, Rathausplatz, Beginn 19 Uhr. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist kostenfrei.
Die 43. Ingolstädter Jazztage schließen am Samstag, 14. November, im Festsaal des Stadttheaters mit dem Grand Closing. Das fulminante Finale wird um 20 Uhr
von Take 6 eröffnet, eine weltweit gefeierte A-cappella-Gruppe, die von Quincy Jones als „beste Sänger der Welt“ bezeichnet wurde. Die Formation besteht aus Claude McKnight, Mark Kibble, Joel Kibble, Dave Thomas, Alvin Chea und Khristian Dentley. Die vielfach ausgezeichnete Gruppe (10 Grammys, 10 Dove Awards, Soul Train Award) gehört zur Gospel Music Hall of Fame und gilt als führende A-cappella-Formation weltweit.
Ihr aktuelles Projekt „RHAPSODY“ verbindet Jazz-Klassiker mit ihrem unverwechselbaren Sound und würdigt Werke wie Rhapsody in Blue oder It Don’t Mean a Thing (If It Ain’t Got That Swing). Dabei arbeiten sie mit hochkarätigen Musikerinnen und Musikern zusammen und öffnen ihren Klang für neue Nuancen.
In den letzten Jahren sorgte Take 6 zudem für Aufsehen mit TV-Specials zu Paul Simon und The Beach Boys sowie Kooperationen mit Künstlern wie Michael McDonald und Jacob Collier. Für 2026 hat die Gruppe ein „Jahr des Gebens und Dankens“ ausgerufen, mit einem Stipendium an der Middle Tennessee State University sowie Projekten zugunsten des St. Jude Children’s Research Hospital.
Heute klingt ihre Musik wie ein reich gedeckter Tisch: dicht, vielschichtig und voller Aromen. Stimmen greifen ineinander wie perfekt abgestimmte Zutaten, mal samtig und warm, dann wieder rhythmisch pointiert und überraschend würzig. Jeder Akkord entfaltet Tiefe, jeder Übergang setzt neue Akzente. Was bleibt, ist kein abgeschlossener Eindruck, sondern ein Nachklang – intensiv, belebend und mit dem unwiderstehlichen Impuls, sofort weiterzuhören.
Als Vorband sind zwei herausragende Stimmen des jungen europäischen Jazz zu hören. Die mongolische Pianistin und Komponistin Shuteen Erdenebaatar und der deutsche Bassist und Klarinettist Nils Kugelmann. Sie laden mit ihrem neuen Programm „Under the Same Stars“ zu einer außergewöhnlichen musikalischen Reise ein.
Was als persönliche Begegnung begann, hat sich zu einem intensiven musikalischen Dialog entwickelt: Shuteens leuchtendes, zugleich hypnotisches Klavierspiel trifft auf die geheimnisvollen Klangfarben von Kugelmanns Kontra-Alt-Klarinette – einem seltenen Instrument, das hier ins Zentrum rückt. Gemeinsam erschaffen sie eine Klangwelt zwischen Jazz, Klassik und Filmmusik, in der sich ihre individuellen Geschichten, kulturellen Hintergründe und ihre gemeinsame Leidenschaft auf besondere Weise verweben. Beide zählen längst zu den prägenden Stimmen einer neuen Generation.
Die Musik von Shuteen Erdenebaatar und Nils Kugelmann lebt nicht von Lautstärke, sondern von Intensität und Feingefühl. Ihr Zusammenspiel ist getragen von Vertrauen, großer Aufmerksamkeit und einer spürbaren Nähe, die über das Musikalische hinausgeht. So entsteht ein intimer Klangraum, in dem sich ihre unterschiedlichen Perspektiven verbinden – und in dem hörbar wird, wie eng ihre künstlerischen und persönlichen Wege miteinander verwoben sind.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder attraktive Kombi-Tickets:
Festival-Ticket (30 Prozent Rabatt)
5 Tage – das komplette Festivalerlebnis
Enthaltene Veranstaltungen:
08.11. – „MEMENTO“ – Sebastian Studnitzky & Kammerphilharmonie Ingolstadt (Jazz meets Orchester)
09.11. – Landgren / Wollny / Danielsson / Haffner (Grand Concert #1)
11.11. – Hauptact wird noch bekannt gegeben / Support: Bella Wakame (Grand Concert #2)
12.11. – Jazz in den Kneipen
13.11. – Jazzparty (inkl. jazz:lab)
14.11. – Take 6 / Support: Shuteen Erdenebaatar & Nils Kugelmann
Das Festival-Ticket ist erst erhältlich, nachdem der Hauptact des Grand Concert#2 am 11.11. bekanntgegeben wurde!
Weekend-Ticket (20 Prozent Rabatt)
3 Tage – konzentrierte Festival-Highlights
Enthaltene Veranstaltungen:
12.11. – Jazz in den Kneipen
13.11. – Jazzparty (inkl. jazz:lab)
14.11. – Take 6 / Support: Shuteen Erdenebaatar & Nils Kugelmann
Das Kulturamt dankt den Sponsoren der Ingolstädter Jazztage, der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt und der Audi AG, dem Medienpartner Jazzthing sowie den Fördergebern, dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Verbindung mit dem Bayerischen Musikrat sowie dem Bezirk Oberbayern, ohne deren Engagement dieses Festival in solch einer hohen Qualität nicht möglich wäre.
Weitere Informationen:
www.kulturamt-ingolstadt.de/event/jazztage
