Von Schnee- und Dickleibspannern: Frühling im Feilenforst

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Der Frühling ist wieder da. Schon Mitte Februar haben die Frühlingsknotenblumen begonnen, ihre charakteristisch weißen Blüten mit den gelbgrünen Pünktchen auszufalten, um den Wald im Feilenforst mit einem weißen Märzenbechermeer zu schmücken. Die Blüten der Frühlingsblumen erfreuen nicht nur unser menschliches Auge, sondern sind auch wichtige Nektarquellen für die ersten Insekten, die in dieser Jahreszeit auf Nahrungssuche gehen müssen. Die Blüten der Hasel, Erle oder Weide sind wichtige Energiequellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

„In der Nöttinger Viehweide fliegen an den ersten warmen Frühlingstagen Zitronenfalter, C-Falter, Großer Fuchs und Tagpfauenaugen. Nachts ist der Graue Laubholz-Dickleibspanner unterwegs“, so Marylin Erdt, Gebietsbetreuerin des Landratsamts Pfaffenhofen für den Nördlichen Feilenforst. Diese Spannerart trägt den Namen Lycia pomonaria und das lateinische Wort „poma“ für Äpfel oder Obst verrät schon, dass sich die Raupen nicht nur von den Blättern der Laubbäume lichter und warmer Laubmischwälder ernähren, sondern auch von Obstbäumen, wie z. B. Apfel- oder Birnbäume. Daher kann dieser Nachtfalter gelegentlich auch in Gärten oder Streuobstwiesen vorkommen. Lycia pomonaria wird in der Roten Liste für Bayern und ganz Deutschland heute als gefährdet eingestuft.

Der Schneespanner

Früh im Jahr unterwegs ist auch der in Europa weit verbreitete Schneespanner, Phigalia pilosaria. Er lebt in Waldrändern, Feldhecken, Parks und kann auch in Gärten gefunden werden. Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Laubbäume wie Eiche, Hainbuche, Salweide, Birke, Linde oder Hasel. Die sogenannten Spanner verdanken den Namen der Fortbewegung der Raupen. Diese haben sozusagen nur vorne und hinten Beine. Deswegen müssen sie einen Bogen spannen, um sich dann weiter nach vorne zu strecken. Anders als die Tagpfauenaugen oder die Zitronenfalter, die als Schmetterlinge überwintern, verpuppen sich die Raupen des Grauen Laubholz-Dickleibspanners und des Schneespinners, um den kalten Winter im Boden sicher zu überstehen.

Weitere Spanner, Spinner und Eulen, die sich in dieser Jahreszeit nachts im Naturschutzgebiet herumtreiben, sind der Pappel-Dickleibspanner, der Graugelbe und Weißgraue Breitflügelspanner, der Gelbhorn-Eulenspinner, die Satellit-Wintereule und die Rundflügel-Kätzcheneule. Diese und viele andere Insektenarten brauchen energiereiche Nektarquellen von Blumen oder den Blüten der Bäume. Jedoch sind viele Frühjahrsblüher und ihre Lebensräume nur noch selten anzutreffen. Das Bundesnaturschutzgesetz stellt viele Frühjahrsblüher unter Schutz, darunter Schneeglöckchen, Schlüsselblume, Maiglöckchen oder Leberblümchen. „Diese besonders geschützten Arten zu pflücken und ihren Standort zu beschädigen oder zu zerstören ist daher verboten. Wichtige Nahrungsquellen sowie Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere bleiben erhalten, wenn Bäume und Sträucher in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder ganz beseitigt werden“, so Marylin Erdt. Im Naturschutzgebiet “Nöttinger Viehweide und Badertaferl” sei generell das Mitnehmen und Zerstören von Pflanzen und deren Lebensräume sowie das Verlassen der Wege verboten.

„Bitte unterstützen Sie den Arten- und Naturschutz, damit die Artenvielfalt in unserem Landkreis fortbesteht und die heimische Flora und Fauna für unsere nachfolgenden Generationen weiterhin intakte Ökosysteme und viel Freude bringen“, so Marylin Erdt.

Fotos: Robert Hirmer

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