In Eichstätt tanzen 2023 die Schäffler

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Der erste Tanz „gehört“ dem Bischof. So ist es Tradition bei den Eichstätter Schäfflern. Und so werden sie am 6. Januar 2023 unter den Augen von Bischof Gregor Maria Hanke ihren ersten Tanz der neuen Saison auf dem Leonrodplatz absolvieren. Dann ertönt nicht nur das berühmte „Oba heid is koid!“, sondern zunächst ist es ein Prolog, mit dem der Reifenschwinger der Eichstätter Schäffler den ersten Tanz jeder Saison eröffnet.

Ihr Bürger der Stadt!
Die Sieben sind um!
Schon gellen die Pfeifen
In zierlichen Reifen
Die Gläser geschwungen
Den Achter geschlungen
Wohlauf nun zum Tanz
Mit dem buchsenen Kranz

Mit dem Tanz zu Ehren des Bischofs (6. Januar, 13.30 Uhr) beginnt die Schäfflersaison. (Foto: Würzburger)

Eigentlich müsste es diesmal heißen „Die Acht sind um!“, denn wegen Corona musste der reguläre Sieben-Jahre-Rhythmus unterbrochen werden. Jetzt passt der Zeitpunkt aber umso besser, denn die Schäffler sind seit jeher ein Sinnbild für einen Neubeginn nach schweren Zeiten. Das spiegelt sich in ihrem Tanz und bestimmten Figuren wider. „Nach Niedergeschlagenheit durch Pest, Krankheit und Tod fordern die Schäffler nun im Tanz der vier kleinen Kreise auf, das Leben mit neuem Mut in die Hand zu nehmen“, so der Vorsitzende Karl Daum in seinen Ausführungen.

Turner, Böse Buben und jetzt ein eigener Verein

Auch wenn die Schäfflertradition schon sehr alt ist – der eingetragene Verein ist „nagelneu“. Im November 2021 fand die Gründungsversammlung des Schäfflertanz Eichstätt e.V. statt. Karl Daum, Roland Reuder und Jochen Ziegler wurden zu den drei gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt. Damit wurden die Weichen für ein eigenständiges Fortbestehen der Tradition gestellt, die seit 1966 durchgehend belegt ist, aber bereits 1903 begonnen hat. Der örtliche Turmverein führte Anfang des 20. Jahrhunderts den ersten Schäfflertanz durch, 1929 wurde erneut getanzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es der VfB Eichstätt, der 1949 einen Tanz auf die Beine stellte, aber der Eichstätter Sieben-Jahres-Rhythmus begann erst 1966. Der BBC (Böse Buben Club) nahm sich auf Initiative von Heinz Eisenhart des Themas an: „Der BBC sah 1963 den Schäfflertanz in Landau, bei dem Heinz Eisenharts Schwager in verantwortlicher Position dabei war. Man entschied sich dann, den Schäfflertanz in Eichstätt wieder aufleben zu lassen. Aber weil es keine Uniformen mehr gab, lieh sich der BBC die Uniformen aus Landau aus. Bis alles unter Dach und Fach war, wurde es Januar 1966 bis die erste Tanzsaison unter der Fahne des BBC beginnen konnte“, erläutert Karl Daum. So erklärt sich auch der „seltsame“ Rhythmus der Eichstätter, die deshalb „aus der Reihe tanzen“. In Ingolstadt, Geisenfeld, Großmehring und Pfaffenhofen sowie auch in München findet die nächste Schäfflersaison erst 2026 statt.

Der Tanz zu Ehren der Stadt Eichstätt findet am 6. Januar um 14.30 Uhr auf dem Marktplatz statt. Foto: Würzburger

In der Vereinssatzung ist übrigens festgehalten, dass der Reinerlös der Tanzsaison einem wohltätigen, caritativen Zweck an die Bürger der Stadt Eichstätt zu stiften ist.

Kurz notiert

Schäfflertanz in Eichstätt
Eröffnungstanz 6. Januar 2023
13.30 Uhr, Leonrodplatz

Schäfflertanz Eichstätt e.V.
Kontakt: info@schaefflertanz.de
Tanzbestellungen über das Kontaktformular
unter www.schaefflertanz.de

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