Bayerische Theatertage: Das Haus gibt bis 16. Juni keine Ruhe

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    Mit einem „Es ist angerichtet!“ beendete der scheidende Intendant des Ingolstädter Stadttheaters Knut Weber den Reigen der Rednerinnen und Redner bei der Eröffnung der Bayerischen Theatertage. Zuvor hatte er im Foyer des Stadttheaters ein großes Lob an alle Beteiligten ausgesprochen, die diese Leistungsschau des bayerischen Theaters, die zugleich einen Austausch erlaube und Standortbestimmung sei, ermöglicht haben. Ein Jahr Vorbereitung und eine Menge Arbeit stecken in dem Programm, das bis 16. Juni Theaterfreunde aus dem gesamten Freistaat nach Ingolstadt blicken lässt. Weber lobte die großartige Auswahl der Stücke durch die Jury und erklärte, dass das Motto „Bayern spielt“ den spielerischen Umgang mit der Welt durch das Theater zeige. Die Bayerischen Theatertage finden zum 39ten Mal statt, es ist bereits das fünfte Gastspiel in Ingolstadt.

    Rolf-Dieter Jungk (Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) meinte mit Blick auf die Vergangenheit der Stadt mit der Landesuniversität und den Themen Illuminaten und Frankenstein, dass die Ingolstädter bei so viel Dramatik echte Theaterliebhaber sein müssen. Er wies darauf hin, dass der ehemalige Intendant des Stadttheaters Ernst Seiltgen zu den Initiatoren der Bayerischen Theatertage zähle. „Wir alle brauchen Theater!“ betonte Jungk und begründete es damit, dass Bühnen Raum für Diskussionen böten, kontroverse Themen behandelten und Denkanstöße gäben. Zum Abschluss wünschte er den Theatertagen unter anderem ein „Haus ohne Ruhe“…

    Dass Theater aktuell wichtiger und notwendiger denn je sei, betonten alle, die ans Rednerpult traten – auch die Bayern-Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins (und Kulturbürgermeisterin der Stadt Nürnberg) Julia Lehner. Es ginge darum, Räume zu schaffen, in denen man die Dinge frei benennen dürfe. Ingolstadts Kulturreferent Gabriel Engert bezeichnete es als eine Auszeichnung für die Stadt, dass die Theatertage in Ingolstadt stattfinden. Er hofft auf eine Festivalstimmung in der Stadt und „dass der Funke überspringt.“ Diskussionsräume und Verständigung seien gerade in einer Zeit nötig, in der Menschen in ihre digitalen Blasen nur noch ihre Meinung zulassen würden. Für den Hauptsponsor der Theatertage, die Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt, erklärte deren Vorstandsvorsitzende Reinhard Dir, dass man gerne Mittel für die Förderung der Kultur zur Verfügung stelle: „Wir unterstützen seit vielen Jahren aus Überzeugung das Stadttheater.“

    Auftakt mit einem Mammutwerk

    Mit der deutschsprachigen Uraufführung von „Haus ohne Ruhe“ (Autorin Zinnie Harris war dazu aus Großbritannien angereist) startete schließlich das Bühnenprogramm der Bayerischen Theatertage. Die Eigenproduktion des Stadttheaters Ingolstadt verlangte mit einer Gesamtlänge von fünfeinhalb Stunden (zwei Pausen inklusive) durchaus Durchhaltevermögen, das nicht jeder im Publikum aufweisen konnte. Die Trilogie nach der Orestie von Aischylos um das verfluchte Geschlecht der Atriden, das von Zinnie Harris im dritten Teil ihrer Überschreibung in eine moderne psychiatrische Klinik verlegt wurde, ist am Ende intensiv beklatscht worden (Eine weitere Aufführung findet am 1. Juni um 16 Uhr statt).

    Matthias Zajgier und Teresa Trauth in “Haus ohne Ruhe” als Aighistos und Klytämnestra (Foto: Ludwig Olah)

    Bis 16. Juni stehen insgesamt 27 Inszenierungen auf dem Spielplan, dazu gibt es ein buntes Rahmenprogramm. Vor dem Stadttheater kann man im eigens installierten Theaterzelt die Inszenierungen diskutieren oder einfach nur ein Getränk zu sich nehmen. (ma)

    Das komplette Programm finden Sie unter www.bayerische-theatertage.de.

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