Neues von den Barbaren

Das Zentrum Stadtgeschichte und der Historische Verein laden am Donnerstag, 2. Juli, um 19 Uhr zu einem öffentlichen Vortrag mit Prof. Dr. Alexander Rubel in den Barocksaal des Stadtmuseums, Auf der Schanz 45, ein. Der Eintritt ist frei.

Der Vortrag widmet sich den neusten Forschungen zu den sog. „römischen Importen“ östlich der Karpaten. In jüngster Zeit wurden der Umfang und der Einfluss des römischen Einflusses im und auf das Barbaricum neu überdacht. Was für das nordwestliche Barbaricum wahrscheinlich erscheint, spiegelt sich in jüngsten Funden aus Nordostrumänien, Moldawien und insbesondere der Ukraine wider:
Die Markomannenkriege (ca. 166-180 n. Chr.) stürzten die römische Weltordnung in eine schwere Krise. Das „Hinterland“ der barbarischen Welt versank im Chaos. Neue Akteure wie die Kostoboken, Karpen und Vandalen traten auf, die komplexe Ethnogenese der „Goten“ stand bevor, alte Bündnisse und bestehende Kontakte zwischen Barbarengruppen fernab des Limes wurden hinfällig, es kam zu einer völligen Umstrukturierung der Verhältnisse jenseits des Limes.

Gleichzeitig zeugen die Funde aus dieser Periode (ca. 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.) von den mannigfachen Versuchen Roms, durch diverse Formen (auch diplomatischer) Einflussnahme, steuernd in die Angelegenheiten der Barbaren jenseits des Donaulimes einzugreifen. Der Niedergang der alten Ordnung und die Versuche, eine neue zu etablieren, spiegeln sich in der Bandbreite und Menge der „römischen Importe“ wider, die in den letzten Jahren östlich der Karpaten entdeckt wurden. Die neuen Funde und die Neusichtung des bekannten Materials ergeben das Bild einer dynamischen Entwicklung hinter dem Limes, die auf eine aktive römische Außenpolitik hindeuten, die auch in Krisenzeiten weit über die sichtbaren Grenzen des Imperiums hinausreichte.

Zum Referenten:
Alexander Rubel studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Konstanz. 2000 promovierte er mit der Arbeit „Stadt in Angst. Religion und Politik in Athen während des Peloponnesischen Krieges“. Alexander Rubel ist Leiter des Deutschen Kulturzentrums Ia?i, des Instituts für Archäologie der Rumänischen Akademie und seit 2008 assoziierter Professor an der Universität Alexandru Ioan Cuza Ia?i und Le. 2015 erhielt er von der Universität Alexandru Ioan Cuza Ia?i einen zweiten Doktortitel in Germanistik. 2017 war er Gastprofessor am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Erlangen-Nürnberg und zwischen 2019 und 2020 Visiting Senior Research Fellow am Jesus College in Oxford. 2023 war Alexander Rubel Gastprofessor am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Eichstätt-Ingolstadt und kommt seitdem jedes Jahr als Gastwissenschaftler an die Altmühl.

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Schlagwörter:

Datum

Juli 02 2026

Uhrzeit

19:00 - 20:30

Standort

Stadtmuseum Ingolstadt
Stadtmuseum Ingolstadt, Auf der Schanz 45, 85049 Ingolstadt

Kategorie

Veranstalter

Zentrum Stadtgeschichte Ingolstadt
Webseite
https://zentrumstadtgeschichte.ingolstadt.de
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