Holz kann Musik machen und die Liebe beflügeln. Auf Holz und mit Holz kann man bauen. Holz schreibt Geschichte. Und es macht Spaß! All das beweist die Sonderausstellung „Holz macht Sachen! Holz, Baum, Wald und Du?“ im Haus im Moos in Kleinhohenried. Sie ist bis 31. Oktober zu sehen und wächst dabei stetig weiter.
Eine, der die Ausstellung ans Herz gewachsen ist, ist Steffi Klatt, die Leiterin der Umweltstation Haus im Moos. Sie hat Wald- und Fortwirtschaft studiert und erklärte bei der Ausstellungseröffnung: „Für mich ist mit dieser Ausstellung ganz persönlich ein Traum in Erfüllung gegangen.“ Es sei die wunderschönste und interaktiv-berührendste Ausstellung, die sie bisher im Haus im Moos gesehen habe – noch dazu, weil die Schau dasselbe Ansinnen hat wie die Umweltbildungsstätte, nämlich den Blick in die Geschichte zu werfen, um daraus für die Zukunft zu lernen.
Hinter der Ausstellung steckt Adrian Siedentopf aus Seeshaupt – als Initiator und Kurator. Der Kunsthistoriker, Kommunikationsdesigner, Gründer und Vorstandsmitglied des Vereins Bayerische Künstlernachlässe hatte 2016 seine verloren gegangene Verbindung zu Holz und Natur wieder gefunden. 2018 startete er mit dem Ausstellungsprojekt, das sich zu einem echten „Renner“ entwickelt hat und seit der Premiere 2019 im Oberpfälzer Freilandmuseum auf Wanderschaft gegangen ist. Die ausgestellten Objekte stammen von Museen, Institutionen und Privatleuten – und mit jeder Ausstellung werden es mehr: von anfangs 30 Ausstellungsstücken hat sich die Anzahl auf rund 100 erhöht. „Mein Ziel war es, ganz unterschiedliche Exponate aus den unterschiedlichsten Fachbereichen wie Kunst, Technik und modernen Entwicklungen zusammen zu stellen,“ betonte Adrian Siedentopf, „ich schätze, ich habe deswegen anfangs rund 1000 Leute angerufen.“
Einen erfolgreichen Anruf hat er offensichtlich im Römer- und Bajuwarenmuseum in Kipfenberg getätigt, denn im Rahmen der Schau ist ein Kipfstock, also ein Teil eines Wagens, aus der Zeit um 1900 zu sehen. So ein Kipf ist übrigens auch im Wappen des Marktes zu sehen.

Vom 310 Millionen Jahre alten fossilen Stamm eines Schuppenbaumes bis zum modernen „Klo2Go“ reicht das Spektrum. An einer Jukebox (aus Holz) können Songs mit thematischem Bezug abgespielt werden („Mein Freund der Baum ist tot“), eine Kuckucksmaschine aus Holz macht – na klar – Kukucksgeräusche, ein Holzbuchdeckel aus dem Mittelalter trifft auf Recyclingpapier, in einer Schublade liegt eine Socke aus Holzfaser und sogar ein Hometrainer aus Holz ist mit dabei. Richtig romantisch wird es am Modell der Bräutigamseiche. Hier kann man Herzkarten ausfüllen, die an besagte Eiche in Eutin geschickt wird. Seit 1927 wird das Astloch der Bräutigamseiche offiziell von der Post bedient, seit 1993 hat der Baum seine eigene Postleitzahl. Hier werfen Liebende ihre Partnergesuche hinein: „Sie können hier im Museum jetzt auf Partnersuche gehen!“ erklärte Adrian Siedentopf.
Es ist ein Match! Das lässt sich dann vielleicht per Baum-Tinder feststellen. Sicher ist, dass es mit dem Ausstellungsort „gematcht“ hat. „Wir haben extra die Wand blau gestrichen, das gibt ein wunderbares Feeling hier. Man fühlt sich, als würde man am Waldrand stehen und auf eine große Wiese blickt,“ schwärmte Adrian Siedentopf, „der Raum ist wunderbar geeignet.“
Jedes Objekt in der Ausstellung ist mit einem QR-Code und einen NFC-Chip ausgestattet, so dass man über das Smartphone die entsprechenden Informationen zum Nachlesen oder Anhören abrufen kann. Aber auch ein gedruckter Museumsführer kann genutzt werden. Und wer möchte, kann auch eigene Holzobjekte mitbringen. An der Rezeption wird ein entsprechender Leihvertrag abgeschlossen – nach Ende der Schau kann es wieder angeholt werden. So sind schon etliche Kuriositäten in der Ausstellung, die wächst und wandert, gelandet. „Dieser stetig wachsende Wald ist nun im Haus im Moos angekommen und lädt dazu ein, das Thema Wald und Holz in all seinen Facetten mit allen Sinnen zu erleben,“ erklärte Museumsleiterin Joana Mylek.

2025 wurde „Holz macht Sachen!“ übrigens vom Bundesministerium für Bildung und der Deutschen UNESCO-Kommission für das Engagement für BNE und die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ausgezeichnet.
Hashtag #holzmachtsachen teilen
Unter dem Motto „Pflanz’ Dich mit ein“ werden in der Ausstellung an einem Bildschirm auch digitale Besucherbeiträge eingeblendet. Wer sein Foto/Grafik/Video zum Thema “Holz, Baum Wald und Mensch” mit dem Hashtag #holzmachtsachen versieht, der taucht hier auf.
Begleitend zur Ausstellung werden über das Jahr verteilt außerdem 30 Sonderveranstaltungen angeboten. Dazu kommen Programme für Schulklassen und Führungen. So kann man gleich am 6. Februar im Rahmen einer geführten Nachtwanderung das Gelände – und die Bäume – rund um das Haus im Moos erkunden. Am 12. Februar ist Prof. Dr. Barbara Darr von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu Gast. Sie beschäftigt sich mit dem Thema „Bäume als grüne Inseln und ihre Bedeutung für die Stadtgesellschaft“. Workshops, Gärtnerkurse, Fachvorträge, Exkursionen, kulinarische Mitmachaktionen und mehr stehen bis Ende Oktober auf dem Programm – darunter auch ein Online-Waldbaden-Kurs.
Alle Termine gibt es unter: https://haus-im-moos.de/unser-angebot/jahresprogramm
Kurz notiert:
Holz macht Sachen!
Holz, Baum, Wald und Du?
bis 31.10.2026
Haus im Moos
Kleinhohenried 108
86668 Karlshuld
Tel.: 0 84 54 / 95 205
E-Mail: info@haus-im-moos.de
www.haus-im-moos.de
www.holzmachtsagen.org
Öffnungszeiten:
Freilichtmuseums-Saison 29.03.2026 – 31.10.2026
Dienstag bis Freitag 8–17 Uhr
Samstag 13–17 Uhr
Sonntag/Feiertag 11–17 Uhr
Montag geschlossen
Wintersaison 07.01.2026–28.03.2026
Dienstag bis Donnerstag 8–17 Uhr
Freitag 8–13 Uhr
Montag, Samstag und Sonntag geschlossen
