Carlos Paterson an der Großen Klais-Orgel
In der Reihe SamstagOrgel ist am Samstag, 27. Juni 2026, um 12 Uhr im Ingolstädter Liebfrauenmünster Carlos Paterson an der Großen Klais-Orgel zu hören. Das Programm spannt einen eindrucksvollen Bogen von barocker Festlichkeit und spanischer Liturgie über französische Romantik bis hin zu César Francks großer a-Moll-Choralbearbeitung.
Den Auftakt bildet José de Nebras Batalla de Clarines, ein klangprächtiges Werk im Stil der spanischen Barockmusik, in dem Trompetenrufe, festliche Gesten und virtuose Orgelwirkung aufeinandertreffen. Félix Máximo López’ Pastoralentfaltet demgegenüber eine ruhigere, kontemplative Klangwelt von liedhaftem Charakter. Die anonym überlieferten 4 Versos aus dem Archiv der Kathedrale von Albarracín führen in die historische Praxis spanischer Versetten und lassen die Orgel in knappen, charaktervollen Abschnitten leuchten.
Mit Alexandre Guilmants Élévation aus L’Organiste liturgiste, op. 65, Heft 4, tritt die französische Liturgie in den Mittelpunkt: eine kurze, innige und fein gearbeitete Meditation, die den Gesangston der Orgel in den Vordergrund stellt. César Francks Choral III a-Moll FWV 40 bildet schließlich den großen Schlussbogen des Programms. Das Werk gehört zu Francks späten Meisterwerken und verbindet architektonische Dichte, harmonische Weite und innere Dramatik zu einer der bedeutendsten Schöpfungen der romantischen Orgelliteratur.
Carlos Paterson wirkt als Professor für Tasteninstrumente an der Universität Valencia (VIU), wo er selbst promovierte. Er ist Organist an der Cabanilles-Monumentalorgel der Herz-Jesu-Basilika. Ausgebildet als Organist, Pianist und Komponist, prägten ihn unter anderem Jan Willem Jansen, Olivier Baumont, Anna Jastrzebska und Antón García Abril; ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem XXXVI Cristóbal Halffter Kompositionspreis.
Paterson entfaltet eine rege Konzerttätigkeit auf renommierten internationalen Festivals in ganz Europa. Kurse und Vorträge führten ihn unter anderem nach Schweden, Österreich und Belgien. Er ist außerdem Mitglied des künstlerischen Komitees beim Internationalen Klavierwettbewerb García Abril sowie Mitglied mehrerer wissenschaftlich-künstlerischer Gesellschaften. Aufnahmen für verschiedene Rundfunkanstalten und CD-Einspielungen runden sein künstlerisches Schaffen ab.
Der Eintritt bleibt bewusst niedrig: 5 Euro. Karten gibt es an der Tageskasse (nur Barzahlung), geöffnet 30 Minuten vor Konzertbeginn. Der Zugang erfolgt über den Eingang Bergbräustraße gegenüber der Münster-Tiefgarage.
Digital gibt es das vollständige Programm bereits online unter www.samstagorgel.de. Mit ihrer lebendigen Vielfalt und ihrer offenen Atmosphäre ist die „SamstagOrgel“ längst zu einer festen Klangtradition geworden – ein Ort für Seele, Musik und Begegnung.
