Bauerngerätemuseum Hundszell oder Museum LandKultur?

    Hotel Tipps

    Adams Äpfel im Stadttheater Neuburg

    Adams Äpfel – eine moderne Hiobsgeschichte ist eine Produktion der Moreth Company. Konstantin Moreth, freischaffender Regisseur und Schauspieler bringt diese schwarze Komödie mit seinen...

    Vorleseaktionen in der Stadtbücherei Pfaffenhofen

    Die Stadtbücherei startet mit vielen neuen Vorleseterminen ins neue Jahr. Das beliebte Bilderbuchkino, das einmal im Monat stattfindet, geht in eine neue Runde.  Die...

    Ingolstädter Stadtführer starten in die neue Saison

    Der Weltgästeführertag war der Auftakt - nun legen die Ingolstädter Stadtführerinnen und Stadtführer los. Neues und Bewährtes findet sich im Programm für das Jahr...

    weitere Artikel

    Teilen

    Bis zum Saisonende am 30. Oktober können Besucher und Besucherinnen an der Kasse des Bauerngerätemuseums in Ingolstadt-Hundszell über die für den Beginn der Saison 2023 vorgeschlagene Umbenennung des Bauerngerätemusems Hundszell in Museum LandKultur abstimmen. Die Gäste können sich für den alten oder den neuen Namen aussprechen, aber auch einen alternativen Namen vorschlagen.

    Die Gelegenheit zur Meinungsäußerung per Stimmzettel besteht auch bei den Veranstaltungen, zu denen kein Eintritt verlangt wird, wie bei Ausstellungseröffnungen und an den beiden Herbstmärkten.

    Da nach Ansicht von Kulturreferat und Museumsleitung in der öffentlichen Diskussion bisher die Sachargumente Pro und Contra Umbenennung eher in den Hintergrund getreten sind, seien an dieser Stelle von Seiten des Kulturreferats, der Museumsleitung Stadtmuseum und Bauerngerätemuseum die Gründe für die vorgeschlagene Umbenennung zusammengefasst:

    -Nach 27-jähriger Laufzeit unter dem alten Namen war durchaus erwartet worden, dass eine Umbenennung eine öffentliche Diskussion nach sich ziehen würde. Der Schritt wurde von Seiten des Museums bereits seit längerer Zeit in Erwägung gezogen und hausintern diskutiert. Er ist letztlich auch nicht leichtgefallen, da man sich der Übergangsprobleme bei der Aufgabe eines eingeführten Markennamens sehr wohl bewusst ist.

    -Dennoch ist man der Überzeugung, dass eine Umbenennung ein richtiger und in die Zukunft weisender Schritt ist. Der alte Name war bei seiner Einführung, dessen sind sich heute viele nicht mehr bewusst, eine Notlösung zu einer Zeit, als das Haus im Jahr 1995 als „Bauerngerätesammlung des Stadtmuseums“ aus der Taufe gehoben wurde.

    -Der alte Name vermittelt nach außen einen einseitigen, ja genau genommen einen falschen Eindruck von dem, was das Haus inhaltlich zu bieten hat. Und zwar nicht erst seit kurzem, sondern fast von Beginn seines Bestehens an.

    -Gegenstand der Ausstellungen ist nämlich nicht ausschließlich, wie dies der aktuelle Name unzweideutig suggeriert, landwirtschaftliche Gerätetechnik. Vielmehr geht es in einem umfassenden Verständnis um ländliche Kulturgeschichte. Diese umfasst neben dem engeren agrarischen Bereich – und hier nicht nur die (wichtige) Technikgeschichte, sondern auch alltags-, mentalitäts-, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen – Themen wie Handwerk, Hauswirtschaft, Umweltgeschichte, Volksfrömmigkeit, Musik und bildende Kunst, soweit sie sich mit ländlichen Themen befasst. Diese Themenbreite wird der Bedeutung ländlicher und bäuerlicher Kultur weit eher gerecht als eine bloße Technikgeschichte und sie findet ihren Niederschlag in den vielfältigen Sonderausstellungen und Veranstaltungen des Hauses. Dies übrigens schon seit den ersten Sonderausstellungen im Jahr 1998 über Wastl Fanderl und zum Thema Volksfrömmigkeit. Beides hat sehr viel mit ländlicher Kultur zu tun, aber so gut wie nichts mit Bauerngeräten.

    -Die Umbenennung zielt vor allem auf jüngere und neue Besuchergruppen. Aus der Erfahrung vor Ort kennt die Museumsleitung das Phänomen, dass neue Gäste bei ihrem ersten Besuch immer wieder von der Breite und Vielfalt des Angebots überrascht sind; dass sie sich bei einem „Bauerngerätemuseum” eigentlich nur die Präsentation einiger Pflüge und Dreschflegel vorgestellt hatten.

    -Zum gelegentlich vorgebrachten Verweis auf Ausstellungshäuser wie den „Lokschuppen” oder die „Glentleiten”, die als eingeführte Marken funktionieren, obwohl auch deren Namen nicht den Inhalt der Häuser wiedergeben: In diesen Fällen weist der Museumsname auf einen Veranstaltungsort hin, nicht wie im Falle des “Bauerngerätemuseums” auf Inhalte.

    -Mit der Umbenennung ist keineswegs eine inhaltliche Neuausrichtung des Hauses beabsichtigt. Sie bedeutet schon gar nicht eine Abwendung von agrarischen oder bäuerlichen Themen. Ganz im Gegenteil spiegelt der neue Name in viel höherem Maße eine Wertschätzung ländlicher Kultur wider als dies beim sehr eingeengten alten Namen zum Ausdruck kommt.

    -Die Umstellung ist zum Saisonstart 2023 geplant, falls der Stadtrat letztlich zustimmt.

    -Die mit einer Umbenennung verbundenen Kosten beschränken sich im Wesentlichen auf die Neubedruckung einiger vorhandener Hinweisschilder.

     

    Anzeige