Städtetour im Sommer: Spielerische Reise durch Europa

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    Die Koffer sind gepackt, das Auto getankt, die Katze versorgt: Die Urlaubsreise kann beginnen. Doch wer in diesem Sommer nicht verreisen kann oder nicht weiß, wohin mit seinem Haustier, dem bleibt immerhin noch die Reise auf dem Spieltisch – quer durch Europa.

    Wie wär’s mit einem Trip in die katalanische Hauptstadt? Bei Zoom in Barcelona können wir tatsächlich all den Sehenswürdigkeiten der zweitgrößten Stadt Spaniens begegnen: der Sagrada Familia, dem Platja de Sant Sebastià oder dem Park Güell. Der Spielplan ist der Stadtplan von Barcelona, eingeteilt in verschiedene Viertel. Die fantastischen Bauwerke sind alle mit Straßen untereinander verbunden. Und dahin bewegen wir uns, um Fotos zu machen. Dafür gibt es Siegpunkte.

    Das Ganze erinnert ein wenig an den beliebten Klassiker „Deutschlandreise“. Doch in diesem Fall ist es ein wenig anspruchsvoller. Immer vier bzw. fünf Attraktionen liegen für alle offen. Das bedeutet, dass sich die Auslage ständig verändert. Man kann sich unterschiedlich schnell fortbewegen, mit der Kamera von weiter entfernten Orten sein Ziel heranzoomen und zusätzlich Gebäudeplättchen sammeln. Das verwirrt ein wenig, verkompliziert das Ganze unnötig. Nach zwei, drei Partien aber dürfte das kein Problem mehr sein und man kann es genießen, die verschiedenen Flecken der bezaubernden Stadt zu besichtigen. Wären da nicht die anderen Touristen, sprich Mitspieler, die immer einen Tick schneller mit ihren Fotoapparaten sind. Ein Wettrennen mit viel Charme.

    Zoom in Barcelona von Núria Casellas, Eloi Pujadas und Joaquin Vilalta ist erschienen im Verlag Game Factory, es kostet ca. 29 Euro.

    Der zweite Städtetrip führt uns in die Mitte Frankreichs, in eine Stadt, die eine gewisse Jeanne d’Arc berühmt gemacht hat. Dort betätigen wir uns als Kathedralenbauer von Orléans. Gemeinsam, also kooperativ, wollen wir die prächtige Kirche errichten. Das ist im Jahr 1598 nicht so ganz einfach. Wir benötigen dazu die tatkräftige Hilfe von verschiedenen Gefolgsleuten: Ritter, Händler, Bauern und natürlich Mönche. Sie sorgen für die nötigen Bauteile wie Holz und Stein. Sie brauchen aber auch Brot – der Mensch lebt ja nicht vom Wort allein. Doch die Zeit drängt. Haben wir in drei Runden nicht die acht Teile der Kathedrale zusammengebaut, haben wir verloren. Und der Bischof ist not amused.

    Motor des Spiels sind weder Würfel noch Karten, sondern … zwei Beutel. Aus denen ziehen wir zufällig die Gefolgsleute und setzen sie auf die entsprechenden Aktionsfelder. So kann ich durch die Landschaft ziehen und die nötigen Rohstoffe einsammeln oder auf dem Marktplatz die Waren liefern. Die entscheidende Frage ist nur: wähle ich den roten oder den blauen Beutel … Denn die Personen sind unterschiedlich verteilt. Ein spannendes Spiel gegen die Zeit mit einer Klasse Ausstattung.

    Die Kathedralenbauer von Orléans von Reiner Stockhausen, Wolfgang Dirscherl und Markus Müller ist erschienen im Verlag dlp games. Es kostet ca. 27 Euro.

    Zu guter Letzt machen wir noch Station in Findorff. Ähm, bitte wo? Findorff. Noch nie davon gehört? Ich auch nicht. Bis ein gewisser Friedemann Friese ein Spiel über diesen Stadtteil von Bremen gemacht hat. Benannt ist der nach Jürgen Christian Findorff (1720-1792). Er war für die Trockenlegung und den Abbau des Torfs sowie die Besiedlung des Mores verantwortlich. Und genau darum geht es in diesem Spiel. Ich sag’s ja: Spielen bildet!

    Ein klassisches Strategiespiel liegt vor uns. Mit Ziegeln wird gebaut, mit Torf gehandelt, mit Schienen die Bahnstrecke erweitert. Am wichtigsten aber ist, dass wir Bauwerke errichten. Die bescheren uns im Lauf des Spiels nicht nur Siegpunkte, sondern auch viele Vergünstigungen. Das klingt zunächst recht nüchtern. Tatsächlich überrascht das Spiel durch seinen flotten Ablauf. Man kommt kaum zum Planen, schon ist man wieder an der Reihe. Zwar sollte man schon ein wenig spielerfahren sein oder zumindest Freude taktischen Spielen haben. Belohnt wird man mit einem erstaunlich flotten Spiel – an einem ungewöhnlichen Ort.

    Findorff von Friedemann Friese ist erschienen im Verlag 2F-Spiele, es kostet ca. 40 Euro.

    Über den Autor:

    Brettspielexperte Bernhard Löhlein stellt in Bayern mittendrin neue Spiele vor. Seit Jahrzehnten befasst sich der Ingolstädter Journalist (und Mitglied im Spieleclub Ali Baba) mit Brettspielen. Er war zudem viele Jahre  Sprecher der Jury zum Spiel des Jahres.

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