Leidenschaftliche Kunstvermittlerin in Pfaffenhofen

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Die großen Glasfenster laden dazu ein, seiner Neugier freien Lauf zu lassen. Und es sind immer wieder Menschen dabei zu beobachten, wie sie sich „die Nase platt drücken“, um einen Blick hier hineinzuwerfen. Das bestätigt auch die Frau, die diesen Ort der Kunst geschaffen hat: Lea Heib betreibt seit fünf Jahren die Galerie kuk44 im Herzen Pfaffenhofens.

Ihre ursprüngliche Idee war es, ein Wiener Café mit einer kleinen Galerie zu eröffnen – in Anlehnung an ihren Herkunftsort Zagreb, der einst zum K.u.K. Reich gehörte und auch „Klein-Wien“ genannt wurde. Der Plan mit dem Café wurde fallen gelassen, die Idee mit der Galerie ist geblieben. „Ich bin ja Kroatin, also kuk könnte auch Kunst und Kroatinnen heißen,“ schmunzelt Lea Heib. Die 44 im Namen der Galerie ist keine Zauberformel, sondern schlichtweg die Hausnummer des Gebäudes in der Pfaffenhofener Auenstraße. Aber es ist eine Schnapszahl und die „hat bisher Glück gebracht – mit Höhen und Tiefen.“

Als „schwarzes Schaf“ einer Künstlerfamilie hat Lea Heib an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität in Zagreb Chemie und Biologie studiert. „Aber irgendwann ist die Genetik dann doch durchgebrochen,“ meint die Galeristin. Doch sie sah sich – im Gegensatz zu ihrer Schwester Ida Ozbolt, die als Bildhauerin und Malerin international gefragt ist – nicht als Kunstschaffende, sondern als Kunstvermittlerin.

Zum Glück total naiv

Kontakte aufbauen, Künstler und die passende Kundschaft dazu (oder umgekehrt) finden – all das gehört zum Galerie-Business. Und Lea Heib fing von Null an. „Zum Glück war ich komplett naiv. Wenn ich das alles vorher gewusst hätte, was auf einen zukommt, dann hätte ich nein gesagt.“ Im Vordergrund standen für sie zunächst die Kunst ihrer Schwester und Werke kroatischer Kunstschaffender. Doch das erwies sich als schwierig, denn die Besucher fragten nach bekannten Namen. „Da habe ich tatsächlich mit Massimo Danielis und Alessandro Serafini zwei sehr gute und sehr beliebte Künstler gefunden, die in Pfaffenhofen sehr geschätzt sind und auch tolle Menschen sind.“

Diese beiden bilden das „Herzstück“ des Galeriebetriebs, denn sie werden auch von Lea Heib vertreten. Zudem sucht sie nach etablierten Kunstschaffenden, die sie nach Pfaffenhofen locken kann – mit viel Charme, Offenheit und spürbarer Leidenschaft für die Kunst. Und wenn die Gäste dann einmal Pfaffenhofener Luft geschnuppert haben, sind sie total begeistert. Immer wieder bekommt Lea Heib zu hören: „Tolle Location und gute Atmosphäre“

Mittlerweile ist die Galeristin bestens vernetzt – auch mit dem örtlichen Kunstverein – und vier bis fünfmal im Jahr lädt sie zu Sonderausstellungen ein. Jede dieser Ausstellungen sei für sie Neuland, meint Lea Heib und sie gibt zu: „Ich bin ein bisschen anfangssüchtig.“

Der junge kroatische Bildhauer und Maler Petar Koši 

Neues entdecken und immer wieder den Blickwinkel verändern – das macht für sie den Reiz aus. Dass sich dabei auch das Kunst-Netzwerk erweitert, ist ein positiver Nebeneffekt. Zuletzt war beispielsweise der Glaskünstler Martin Potsch zu Gast, der mit seinen Werken eigentlich in München und New York zu finden ist. Nun also Pfaffenhofen – dank Lea Heib, die durch ihre Tätigkeit auch so etwas wie eine Botschafterin der Stadt ist: „Ich bin auch stolz, dass sich durch meine Offenheit einen Zugang zu den Menschen finde.“

Kunst bis zum Umfallen

Der Künstler, der aktuell im Sommer 2022 die kuk44 Galerie bespielt, ist der junge kroatische Bildhauer Petar Koši. Bis 15. September sind seine Werke in Pfaffenhofen zu sehen. Währenddessen plant die Galeristin bereits die nächste Ausstellung. Die Energie scheint dieser leidenschaftlichen Kunstvermittlerin nie auszugehen: „Neulich hat mich jemand gefragt, wie lange ich das noch machen will. Und ich habe gesagt: Bis ich tot umfalle.“ (ma)

Kurz notiert

Galerie kuk44
Auenstraße 44
85274 Pfaffenhofen
www.galeriekuk44.de

Öffnungszeiten:
DI/SA 10 -13 Uhr
DO/FR 15-18 Uhr
und nach Vereinbarung

Aktuelle Ausstellung
PETAR KOŠI
BODY IN TRANSITION – Matter and spirit relation

Bis 15. September 2022
Führung mit Lesung am 20. Juli (18 – 20 Uhr)

 

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