Seit 40 Jahren am Dom zuhause

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    Johann Chrysostomus Winck. Was für ein Name. Besagter Herr Winck war ein Großer seiner Zunft: Der Eichstätter Maler hat zahlreiche Altarbilder und Kreuzwege in seinem Heimatbistum gestaltet, aber nun ist ein außergewöhnlicher Bilderzyklus aus dem Fach der Genremalerei im Domschatz- und Diözesanmuseum zu sehen.

    “Die Taufe” aus dem Bilderzyklus von Johann Chrysostomus Winck (Foto: Diözesanmuseum)

    Die sieben kleinformatigen Ölgemälde aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zeigen die sieben Sakramente. Als „klein, aber umso entzückender“ bezeichnet Dr. Claudia Grund, die Leiterin des Domschatz- und Diözesanmuseums, den Bilderzyklus, der in diesem besonderen Jubiläumsjahr aus dem Depot geholt wurde und nun öffentlich zu sehen ist. Der Anlass: Vor 40 Jahren ist das Museum an seinem heutigen Standort, direkt am Dom, eröffnet worden.

    Über hundert Jahre Sammlungsgeschichte

    „Das Museum geht auf die Privatsammlung des Pfarrers Sebastian Mutzl zurück,“ erklärt die Museumsleiterin. „Er selbst war ein dilettierender, aber gar kein schlechter Künstler. Er war Priester in Enkering und hat zu einer Zeit, in der vieles kaputt ging oder in den Kunsthandel geriet, eine recht beachtliche Sammlung an mittelalterlicher Kunst zusammengetragen und sie 1899 dem Bischof von Eichstätt geschenkt.“  Unter Bischof Franz Leopold Freiherr von Leonrod wurde 1901 so das Domschatz- und Diözesanmuseum in der ehemaligen Sommerresidenz der Fürstbischöfe (heute Sitz der Katholischen Universität) eingerichtet. 1982 ist das Museum an seinen heutigen Standort umgezogen, aber die Sammlung von Pfarrer Mutzl bildet auch heute noch den Kernbestand des Diözesanmuseums und seiner Schausammlung.

    Ein hübsches Wesen

    Nach ihrem Lieblingsobjekt gefragt, deutet die Museumsleiterin sofort auf den Erzengel Michael, „weil er gar so ein hübsches Wesen ist.“ Die Holzfigur aus der Zeit um 1510, die im Raum Nürnberg entstanden ist, zählt zu den „Highlights“ der Sammlung. „Man weiß nicht genau, als was er dargestellt ist. Als Rächer, der gerade den gefallenen Engel absticht oder der deswegen so nachdenklich schaut, weil der die Seelen beim Jüngsten Gericht abwägt.“ Skulpturen, Gemälde, liturgische Gefäße und Gewänder und nicht zuletzt die Walburga-Teppiche gilt es im Museum zu erkunden.

    Ausschnitt aus dem älteren der beiden Walburgateppiche. Foto: Helmut Bauer (Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt)

    Einmal im Monat wird dazu auch der „geistige Mittagstisch“ angeboten. Bei dieser 20-minütigen Kurzführung widmet sich Dr. Claudia Grund immer einem speziellen Objekt – in diesem Jahr sind es die Höhepunkte der Sammlungsgeschichte. „Das ist wie ein Familientreffen. Da habe ich treue Gäste, die seit über 15 Jahren kommen.“ Der nächste „Geistige Mittagstisch“ am Mittwoch, 17. August, um 12.15 Uhr beschäftigt sich mit den sogenannten Walburgateppichen, die seit 1999 die Sammlungen ergänzen und als die herausragendsten Textilien des Museumsbestandes gelten. Mehr: https://www.dioezesanmuseum-eichstaett.de/aktuelles/detailansicht-news/news/geistiger-mittagstisch-am-17-august-die-walburgateppiche-im-detail/

    In Abendveranstaltungen befasst sich, ebenfalls monatlich, die Kunsthistorikerin Katharina Hupp jeweils mit einem Themenkomplex der Schau- beziehungsweise Depotsammlungen des Museums und des Bischöflichen Seminars. Zudem finden im Jubiläumsjahr immer wieder Vorträge und Sonderaktionen statt.

    Barrierefreiheit als Thema der Zukunft

    Nach 40 Jahren macht das Museum immer noch eine gute Figur (der Umbau wurde 1977 – 1982 durch das Diözesanbauamt unter der Leitung Karljosef Schattners durchgeführt), aber Beleuchtung und Klimaanlage würden nach Ansicht der Museumsleiterin durchaus einer Überholung bedürfen. „Unser größter Wunsch wäre aber natürlich ein Aufzug“, meint Dr. Claudia Grund. Vor 40 Jahren stand das Thema Barrierefreiheit noch nicht auf der Agenda: „Es tut immer weh, wenn jemand sagt, dass er da nicht mehr rauf kommt.“ In diesem Punkt ist man gleich nebenan schon etwas weiter: Der Eichstätter Dom bekommt einen Aufzug, um ihn für Menschen mit Gehbehinderung, aber auch Eltern mit Kinderwagen barrierefrei zugänglich zu machen. Dafür ist nun ein Portal am Nordquerhaus Doms wieder geöffnet worden, das seit rund 50 Jahren vermauert war. Der Einbau des Aufzugs erfolgt im Rahmen der großen Generalsanierung des Doms. Die Sanierung des Westchores ist bereits abgeschlossen. Derzeit steht die Renovierung des Langhauses und des Querschiffs an. Für die kommenden Jahre sind die Restaurierungen des Ostchors, sowie der Türme mit der Kapitelsakristei vorgesehen. In dieser Zeit bleibt der Dom komplett geschlossen. In Eichstätt hat sich inzwischen auch ein Dombauverein gegründet, der sich für den Erhalt des Baudenkmals und seiner Kunstwerke engagiert.

    Kurz notiert:

    Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt
    Residenzplatz 7
    85072 Eichstätt
    Tel. (08421) 50-742 und -266
    www.dioezesanmuseum-eichstaett.de
    Zugang über den Kreuzgang trotz Dombaustelle möglich

    Sommer-Öffnungszeiten
    Dienstag bis Freitag 10.30 bis 17 Uhr
    Samstag, Sonn- und Feiertag 10.00 bis 17.00 Uhr
    (von Ende Oktober bis Ostern geschlossen)

    Informationen zur Domsanierung
    www.eichstaetter-dom.de

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