Filmpremiere mit dem gefeierten “Hauptdarsteller” Mörnsheim

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    „So viel Andrang bin ich gar nicht gewohnt!“ erklärte Ralph Feigl, Betreiber des Eichstätter Kinos im Alten Stadttheater. Rappelvoll war der große Kinosaal bei dieser besonderen Filmpremiere mit dem besonderen „Hauptdarsteller“: In der schwarzen Komödie „Wer gräbt den Bestatter ein?“ spielt der Markt Mörnsheim eine wichtige Rolle. Hier wurden zahlreiche Szenen gedreht, die sich in der fiktiven Gemeinde Greisendorf abspielen, die im Film im Alpenvorland liegt.

    Um einen geeigneten Ort für die schräge Geschichte um einen toten Bestatter und dessen diffizile bestatterlose Bestattung zu finden, waren die Priener Regie-Geschwister Tanja und Andreas Schmidbauer samt Kameramann Lukas Nicolaus in ganz Bayern unterwegs, um eine passende Location zu finden. „Ich erinnere mich sehr gut. Wir waren irgendwo sogar hinter dem Altmühltal. Ich bin im Auto eingeschlafen, war völlig durch, aber Tanja und Lukas waren noch fit und meinten: da müssen wir noch anhalten. Wir sind dann in diesem Mörnsheim gestanden. Ich dachte plötzlich: das hat sich gelohnt. Das ist unser Dorfplatz, den wir gesucht hatten,“ verriet Andreas Schmidbauer im Gespräch mit Bayern mittendrin.

    Schauspieler und Regie-Duo wurden bei der Filmpremiere Eichstätt von Mörnsheims Bürgermeister Richard Mittl begrüßt.

    Der Aufenthalt der „Kundschafter“ ist in Mörnsheim freilich nicht unentdeckt geblieben. Ein Auto mit Rosenheimer Kennzeichen in diesem Winkel fällt eben auf. Und als die offizielle Anfrage an den Markt kam, ob man hier drehen dürfe, bestätigte der 1. Bürgermeister Richard Mittl gegenüber Tanja Schmidbauer, dass die drei Personen mit der Kamera schon bemerkt worden sind. „Wir hatten das Glück, dass die Gemeinde sehr dahinter stand und Lust auf uns hatte. Wir bekamen sehr viel Unterstützung und haben auch einige Innen- und Außensets in Mörnsheim gefunden,“ so die Regisseurin. Auf den Aufruf im Gemeindeblatt, dass man Komparsen suche, hatten sich spontan 20 Personen gemeldet, etliche von ihnen sind nun im Film zu sehen und vor allem auch im Abspann genannt. „Wir Komparsen sind alle sehr stolz, erwähnt zu werden. Das ist ja wohl die größte Ehre und für mich war das wirklich ein lang ersehnter Wunsch, mal in einem Abspann zu stehen,“ erklärt Gromec Schmidt. Er ist im Film – unübersehbar in Organe – als Gemeindediener zu entdecken.

    Schockverliebt in die örtliche Metzgerei

    Eine Örtlichkeit hatte es dem Drehteam in Mörnsheim ganz besonders angetan. Im Verkaufsraum der Metzgerei Hafner musste inkl. der Ware in der Auslage nichts verändert oder digital nachbearbeitet werden: „Wir sind reingegangen und haben uns so verliebt in dieses Motiv,“ schwärmt Andreas Schmidbauer. Nach Ladenschluss wurde gedreht, danach haben Annemarie Hafner und ihre Töchter Claudia Reile und Ulrike Kretschmer, die zu dritt die Metzgerei führen, wieder startklar für den nächsten Verkaufstag gemacht.

    Max von Thun (Polizist Spieß) in der Metzgerei Hafner. Foto: Alpenrepublik / Schmidbauer-Film

    Im Rathaus bekam Bürgermeister Mittl die Dreharbeiten, die sich im Herbst 2021 vor seine Haustür abspielten, auch immer wieder mit. Auch im Rathaus selbst war einiges los: die Regieassistenz hatte sich im Sitzungszimmer eingerichtet, Verpflegung und Corona-Tests fanden im Rathaus statt. Das Haus der Vereine wurde für Maske und Garderobe frei gegeben und Schauspieler und Team übernachteten auch in Mörnsheim – abendliche Kartenspielrunden inklusive. „Es kam Leben in die Bude,“ meinte Richard Mittl mit Blick auf den Aufenthalt der Filmcrew in seinem Markt. Und den eigenen Ort dann auf der Kinoleinwand zu sehen, ist schon ein besonderes Erlebnis. Geradezu ins Schwärmen gerät Schauspieler Tom Kreß, einer der Hauptdarsteller, wenn es um den Drehort geht: „Ich war schon begeistert, also wir die Motive per Foto gezeigt bekamen. Und Mörnsheim war super, also wir da eine Woche lebten. Wir fühlten uns pudelwohl.“

    Annemarie Hafner und ihre Töchter betreiben die Metzgerei Hafner in Mörnsheim

    Im fiktiven Greisendorf befindet sich neben dem Rathaus übrigens gleich eine Wirtschaft. Diese Konstellation könnte man auch in die Mörnsheimer Realität übertragen: „Es wäre schön, wenn die Wirtschaft noch da wäre. Das hat so urig ausgschaut,“ meint Andrea Strauß, die sich auf den Komparsen-Aufruf gemeldet hatte und im Film dabei zu beobachten ist, wie sie in die Arztpraxis hinein und wieder heraus geht. Bleibt noch eine Frage: Steigt Mörnsheim bei so viel cineastischer Begeisterung jetzt ins Filmbusiness ein? „Wir haben schon Kontakte mit Hollywood aufgenommen,“ schmunzelt Bürgermeister Mittl.

    Neben dem Filmstudio in Eichstätt ist „Wer gräbt den Bestatter ein?“ auch in den Altstadtkinos in Ingolstadt (Union), im Cineradoplex in Pfaffenhofen, im Cinepark Schrobenhausen und in den Amper-Lichtspielen in Wolnzach zu sehen. (ma)

    Mehr zum Film: https://www.bestatter-film.de/
    Filmstudio Eichstätt: https://www.kino-eichstaett.de/

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