Außergewöhnliche Adventskalender-Aktion in Stammham

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    „Wie ist der Unterricht in Tansania?“ Neugierig und gespannt lauschen die Schüler und Schülerinnen der Grundschule in Stammham Kerstin Su, die an die Schule gekommen ist, um über ihr Herzensprojekt, das seit mehr als zehn Jahren Kinder in Tansania unterstützt und Ihnen den Zugang zu Bildung ermöglicht, zu berichten. INUKA heißt die Ingolstädter Organisation, die aus Ahsante Sana hervorgegangen ist und sich in diesem Jahr umbenannt hat.

    Es geht um die Adventskalenderaktion, mit der auch in diesem Jahr vielen Kindern in Arusha, die nicht zur Schule gehen können, da ihre Eltern sich die Schulgebühren nicht leisten können, der Zugang zu Bildung ermöglicht werden kann.  Das Hauptziel “Bildung ist der Schlüssel zum Leben” – “Education is the key of life” erreicht die Organisation durch viele langjährige Patenschaften oder durch zusätzliche Spendenprojekte, wie eben jetzt im Vorfeld von Weihnachten.

    Dabei geht es der gelernten Pädagogin, den Schulkindern in einer eindrucksvollen Präsentation konkrete und für Schüler sehr nachvollziehbare Projekte zu veranschaulichen. Die Schüler sollen wissen, dass ihre Spende bei vertrauenswürdigen Personen landet und zugleich erfahren, was mit ihrer Spende passiert. Durch die kurzen und direkten Wege sind keine Verwaltungsgebühren nötig. Jeder Euro landet vor Ort in Tansania zur Deckung der Ausbildungskosten der Kinder in den Internaten der Secondary Schools und der Ausstattung dieser Kinder mit Büchern und Unterrichtsmaterial. Auch fließen viele Spenden an die Studenten der Universitäten, in den Bau des Kindergartens sowie die medizinische Versorgung der Kinder, wie Kerstin Su erzählt.

    Fotos: Grundschule Stammham/max

    Jeden Tag können die Kinder nach dem Öffnen des Kalendertürchens erfahren, welches Projekt von “INUKA” vor Ort mit ihrer Spende gefördert wird, damit Gesundheit, Bildung und die Versorgung der Kinder gesichert wird. Konkret geht es um den Bau des Kindergartens, Schulgebühren und Schulkleidung, Gehalt der Lehrer, Schulessen, Elektrizität, Trinkwasser, Bau des Pausenhofs und eines Spielplatzes, Lehrmaterial, medizinische Versorgung bis hin zur Unterstützung der Kinder an der Universität.

    „Learn today –  Lead tomorrow“ heißt es im Untertitel des Logos von INUKA. „Es geht nach wie vor um Bildung. Unser Motto: Bildung ist der Schlüssel zum Leben“, so Kerstin Su. Vor allem durch das aktuelle Projekt den Bau des Kindergartens. Das ist nur der Anfang. Die Kinder sollen ab dem KiGa betreut werden und bis zum Ende ihrer Schullaufbahn begleitet werden.

    Kerstin Su reist seit 2011 immer wieder selbst nach Arusha, einer der größten Städte Tansanias, das im östlichen Zentralafrika liegt und seit 1961 unabhängig ist, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Das Bevölkerungswachstum in Tansania ist sehr groß und liegt bei jährlich circa 2,9%. Auf eine Frau kommen im Durchschnitt 5,3 Kinder, die medizinische Versorgung ist flächendeckend nicht gewährleistet.

    Doch zurück nach Stammham, wo Kerstin Su den Kindern erklärt, wie der Schulalltag in Arusha abläuft. „Vor Unterrichtsbeginn sammeln sich am Schulhof alle Schulkinder, getrennt und geordnet nach Schulklassen. Dann ruft der Schulleiter ein beliebiges Kind auf, das vor allen anderen Kindern erzählen muss, was es am vorherigen Tag gelernt hat: nach dem bewährten lateinischen Prinzip `Repititio est mater studiorum´ erhoffen sich die Lehrkräfte, dass die Schüler gut aufpassen. Auch die Schulkleidung wird kontrolliert.“

    Die neue Namensgebung INUKA entstammt der Kiswahili-Sprache. Zwei Patenkindern des Vereins, Angel und Elisha, die beide seit zehn Jahre von der Organisation als Patenkinder begleitet und inzwischen auf die Uni gehen, hatten die Idee dazu. Es bedeutet: ein Mensch, der sich aufrichtet, eine Blume die wächst, eine Sonne die aufgeht“, erklärt Kerstin Su den Kindern.

    Kollegium der Grundschule an der Stollstraße übernimmt für verstorbenen Kollegen Patenschaft

    Besonders stolz ist Kerstin Su auf das Kollegium der Wilhelm-Ernst-Grundschule, denn ein Lehrer, der seit zehn Jahren ein Patenkind bei uns hatte, ist im letzten Monat verstorben.  „Er war immer sehr stolz auf sein Patenkind, stellte es seinen Schulklassen vor und an der Schule war bekannt, dass er sie schon lange unterstützt. Nun haben fast alle Lehrer der gesamten Schule einen Betrag gespendet, der so hoch ist, dass die zwei Jahre Universität, die das Mädchen für ihren Abschluss benötigt, finanziert sind“, so Kerstin Su. „Diese großzügige warmherzige Geste im Namen des verstorbenen Lehrers hat mich sehr gerührt!“ (max)

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