Ein Marterl als Zeichen des Glaubens

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    Ein Marterl aufzustellen, ist eine alte Tradition in Bayern. Nicht selten markieren sie Orte, an denen ein tragisches Unglück geschah. Eine ganz andere Intention hat das Marterl, das Ursula und Eduard Schönauer in der Nähe des Ingolstädter Baggersees aufstellen ließen. Hier geht es um Dankbarkeit und ein Ja zum Leben, nachdem Ursula Schönauer eine lebensgefährliche Neuroborreliose Erkrankung überstanden hatte. Die seelsorgerische Betreuung durch den Klinikseelsorger Pater Christoph Kreitmeir im Klinikum Ingolstadt und die Logotherapie von Victor Frankl gaben ihr Kraft und stärkten ihren Glauben. „Ich habe die Hilfe Gottes erfahren und wollte das meinen Mitmenschen mitteilen“, erklärt die Ingolstädterin, die seit dieser Erkrankung auf Rollstuhl und Rollator angewiesen ist. Das Marterl ist auch ein Dank an die Gottesmutter Maria, die Fürsprecherin und Mittlerin, die im Leben von Ursula Schönauer immer eine große Rolle gespielt hat. Deshalb ist dort auch der Satz: „Du von Gott erkorene, oh Maria Hilf“ in goldenen Buchstaben auf der Stele zu lesen.

    Ein Marterl zu stiften war eigentlich nicht der ursprüngliche Gedanke. Vielmehr wollte Ursula Schönauer nach 12 Wochen Krankenhausaufenthalt an der ehemaligen Kieswaage am Ingolstädter Baggersee eine Kapelle errichten. Doch es fanden sich keine Geldgeber dafür. Ihr Mann Eduard riet ihr schließlich, ein Marterl aufzustellen. Doch auch das war nicht so einfach wie gedacht, denn bei der Stadt mussten Zuständigkeiten geklärt und Genehmigungen eingeholt werden. Mit dem Ergebnis, dass die Platzierung des Marterls auf städtischem Grund nicht realisierbar war. Ursula Schönauer war enttäuscht: „Bei einem Kirchenbesuch habe ich dann mit der Gabi Haid von Stauden Haid gesprochen. Die meinte, dass das kein Problem wäre. Sie hätten ein Feld im Roten Gries, wo das Marterl gut hinpassen würde.“  Und so steht es nun dort – auf Privatgrund. Steinmetzmeister Tobias Strubelt vom Steinmetzbetrieb Lindner schuf die Stele und Ursula Schönauers Tochter Elisabeth Engelbrecht fertige die Mariendarstellung an, die bewusst auf ein Gesicht verzichtet. Hier soll sich jeder wieder finden können. Und das scheint zu funktionieren, denn das Marterl an der Sebastian Kneipp Straße entwickelte sich sofort zu einer Art spiritueller Haltestelle: „Erst neulich haben wir eine Frau getroffen, die dort, weil sie schwer gehbehindert ist, immer mit dem Auto anhält. Und ein junger Mann im Rollstuhl hat mir, nachdem wir uns am Marterl begegnet sind, erzählt, dass er dieselbe Erkrankung unerkannt durchlaufen hat wie ich. Es ist eine große Resonanz entstanden und ich habe Freude daran, dass ich kundtun darf, dass wir im Glauben sehr viel Hilfe bekommen.“ (ma)

    Terminhinweis:
    Am Sonntag, 25. Mai, findet um 15 Uhr am Marienmarterl eine Maiandacht für den Frieden mit Pater Christoph Kreitmeir und der Blaskapelle Kolpingia statt. “Angesichts der zunehmenden gefährlichen Lage in der Welt erbitten Gläubige die Fürsprache der Maria bei Gott”, heißt es in der Einladung zur Maiandacht.

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