Das Drama Ingolstadt bei den Salzburger Festspielen

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Nein, das hat jetzt nichts mit dem Kammerspiele-Bürgerentschied zu tun. Aber es geht auch hier um Ingolstadt und seine Bürger. Vor allem aber auch um die Kleinbürgerlichkeit, wie sie von Schriftstellerin Marieluise Fleißer verarbeitet worden ist. „Ingolstadt“ heißt ein Theaterstück, das bei den diesjährigen Salzburger Festspielen seine Premiere feiert. Es ist eine Neuinszenierung nach dem Schauspiel „Fegefeuer in Ingolstadt“ und der Komödie „Pioniere in Ingolstadt“ in einer Bearbeitung von Koen Tachelet. Der belgische Dramaturg war u.a. mehrere Jahre an den Münchner Kammerspielen tätig und hat bereits mit Regisseur Ivo van Hove zusammengearbeitet, der nun „Ingolstadt“ für die Salzburger Festspiele als Koproduktion mit dem Wiener Burgtheater inszeniert.

Die Fleißer bei den Salzburger Festspielen? Dazu schreibt Sebastian Huber, Dramaturg am Wiener Burgtheater:

Jan Bülow (Roelle), Tilman Tuppy (Peps), Lukas Vogelsang (Christian) in “Ingolstadt”. Foto: SF / Matthias Horn

„Marieluise Fleißer (1901–1974) ist eine einzigartige Erscheinung in der deutschsprachigen Dramatik der letzten 100 Jahre. Sie wurde von Lion Feuchtwanger gefördert, von Bertolt Brecht verehrt (und fast zerstört), Ödön von Horváth lernte von ihr, und eine ganze Generation deutscher Nachkriegsdramatiker stand unter ihrem Einfluss – Franz Xaver Kroetz, Rainer Werner Fassbinder und Martin Sperr ließen sich ihre „Söhne“ nennen. Eine Ausnahme-Schriftstellerin also, die in einer solchen Aufzählung nicht zufällig von lauter bekannten Männern „umstellt“ ist und deren Werke heute nicht mehr allzu häufig auf die Spielpläne der Theater finden. Umso bemerkenswerter, dass sich mit Ivo van Hove nun einer der gefragtesten Regisseure des europäischen Theaters in einem groß angelegten Projekt ihres dramatischen Schaffens annimmt. In ihren beiden bekanntesten Stücken, Fegefeuer in Ingolstadt und Pioniere in Ingolstadt (sowie in mehreren Erzählungen und dem Roman Eine Zierde für den Verein), schuf Marieluise Fleißer seit Mitte der 1920er-Jahre nicht so sehr ein Porträt ihrer Heimatstadt als vielmehr einen Kosmos katholischer Provinz aus der Sicht einer jungen, „verlorenen“ Nachkriegsgeneration.“

Das Schauspiel hätte seine Premiere am 27. Juli gefeiert, aber wegen mehrerer Corona-Fälle musste diese abgesagt werden. Nun wird der 1. August „angepeilt“. Ort des Geschehens ist die Perner-Insel in Hallein, auf der die ehemalige Sudhalle der 1989 geschlossenen Saline zu einer Theaterspielstätte umgebaut wurde, die inzwischen regelmäßig von den Salzburger Festspielen genutzt wird.

Mehr: https://www.salzburgerfestspiele.at/p/ingolstadt

Für Kurzentschlossene: Verfügbare Karten sind auf der Webseite der Festspiele abrufbar.
Tipp: Das 9-Euro-Ticket gilt bis Salzburg.

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