Wolkenliebe im Bauerngerätemuseum Hundszell

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    Zu Beginn gleich eine Warnung: Es kann gut sein, dass Sie nach dem Besuch der Ausstellung „Wolkenliebe“ hauptsächlich nach oben in den Himmel schauen. Also passen Sie beim Verlassen des Bauerngerätemuseums in Hundszell lieber auf. Bis 31. Oktober sind hier Wolken-Fotografien von Hubert Klotzeck zu sehen.

    „Ich persönlich war schon immer ein großer Fan der Fotografien von Herrn Klotzeck und wir kamen im Zuge eines anderen Projekts ins Gespräch. Da habe ich ihn gefragt, ob er denn nicht Lust hätte, bei mir auszustellen,“ erklärt die Leiterin des Bauerngerätemuseums, Dr. Stephanie Righetti-Templer. Noch dazu sei das Thema eines, das sehr gut zur Landwirtschaft und zum Bauerngerätemuseum passe: „Wolken sind etwas, das man schon immer beobachtet hat, weil man versucht har, das Wetter vorauszusagen, um die Ernte zu kalkulieren oder den ideal Moment der Aussaat zu bestimmen.“ Die zahlreichen Bauernregeln zeugen bis heute davon.

    Die Begeisterung für Wolken war dem Fotografen Hubert Klotzeck wohl die Wiege gelegt, hat ihn doch seine Tante schon als Hans-guck-in-die-Luft bezeichnet. „Ich schaue gerne nach oben,“ schmunzelt er. Der Inhaber der Galerie Bildfläche in Eichstätt wohnt mit seiner Familie auf der Jurahochfläche, wo man einen 360 Grad Rundumblick auf das Wettergeschehen und damit die verschiedensten Erscheinungsformen der Bewölkung hat. Durch den Klimawandel seien inzwischen auch vermehrt „riesige Wolkengebilde“ dabei, die man früher eher aus dem Urlaub kannte. Dann gilt es den perfekten Moment zu erwischen: „Manchmal sind es nur ein paar Minuten, meistens in der Abenddämmerung oder kurz davor.“ Da kann man Familie Klotzeck dann schon mal beim Klettern aufs Dach erleben, um diesen Moment nicht zu verpassen.

    100 Prozent einheimische Wolken
    Mal sind sie zart und fluffig, mal dramatisch und bedrohlich und einige erinnern sogar an Aschewolken nach einem Vulkanausbruch: die ausgestellten Fotografien machen deutlich, wie vielfältig das Thema „Wolken“ ist. Seit 10 Jahren archiviert Hubert Klotzeck Bilder in seinem Wolkenordner und so sind dort etwa 11 500 Fotografien gespeichert, aus denen er jetzt eine Auswahl treffen musste. Ausgestellt sind nun seine Favoriten aus den vergangenen Jahren, aber auch Wiederentdeckungen aus seinem großen Fundus aus seinen „Region 10 Wolken“. Die Drucke wurden dann allesamt für die Schaum im Bauerngerätemuseum produziert.

    V.l.: Museumsleiterin Dr. Stephanie Righetti-Templer, Andreas J. Schmidt (stv. Museumsleitung), Kathrin Koch (Zentrum Stadtgeschichte) und Fotograf Hubert Klotzeck

    Nun zählen gerade Wolken zu den Objekten, die auch Freizeitfotografen oder Einsteiger gerne ablichten. „Man muss sich nur kurz die Zeit nehmen, genau hinzuschauen und zu entscheiden, was eine Aufnahme wert ist. Und man sollte diese dann nicht zu lange auf der Speicherkarte lassen,“ meint der Foto-Profi. Ein Tipp vom Wolkenwertschätzer Klotzeck: „Ein leichtes Tele verwenden, 150 bis 200 Millimeter. Dann kann man auch ein bisschen in die großen Wolken hineinzoomen.“ Weitere Anregungen gibt es übrigens im Rahmen von zwei Künstlergesprächen mit Hubert Klotzeck und Stephanie Righetti-Templer am internationalen Museumstag (18. Mai) und zum Saisonende. Zusätzlich wird auch ein Workshop zur Wolkenfotografie angeboten. Ein schul- und Familien Programm ergänzt das Angebot.

    Ein Blitzableiter „to go“
    Einen kleinen Beitrag zur Ausstellung trägt auch das Zentrum Stadtgeschichte aus seiner Sammlung bei. Bis ins 20. Jahrhundert hinein nutzte die breite, hauptsächlich landwirtschaftlich tätige Bevölkerung, einfache Hilfsmittel wie Wettersegen, Ratgeberliteratur und Bauernregeln von denen sich Beeinflussung, Vorhersage und Deutung des Wetters erhofft wurden. So sind in der Schau auch Exemplare des „Scheyerer Kreuzes“ zu sehen: „Damit hat man sich Schutz erhofft,“ erklärt Kathrin Koch (Zentrum Stadtgeschichte). Ein Kreuz ist sichtbar gebogen, was auf seine „Wirkung“ hindeutet: „Es heißt, dass man es bei Gewitter in die Luft geworfen hat und wenn es beim Aufheben vom Boden verbogen war, dann hat der Blitz eingeschlagen und man war vor ihm geschützt.“ Und auch der „Ingolstädter Schreibkalender“ von 1839 ist in der Ausstellung zu sehen. Er beinhaltete neben Jahrmarktterminen, Namenstagen oder dem Stammbaum der bayerischen Könige auch monatliche Wettervorhersagen, die passenden Heiligen und Bauernregeln wie „Sei der April auch noch so gut, er schickt dem Schäfer Schnee auf den Hut“ dazu. Heute benutzt man für die Vorhersage eine App, aber die Wolken haben nichts von ihrer Faszination verloren. Diese Ausstellung ist der beste Beweis. (ma)

    Kurz notiert:
    Wolkenliebe
    bis 31. Oktober 2025
    Bauerngerätemuseum Hundszell
    Probststraße 13
    85051 Ingolstadt
    zentrumstadtgeschichte.ingolstadt.de/Bauerngerätemuseum/

    Öffnungszeiten:
    April bis Oktober.
    Dienstag bis Freitag:
    09:00 – 12:00 Uhr
    Samstag und Sonntag:
    14:00 – 17:00 Uhr

    Busverbindung:
    Haltestelle Kirchstraße
    VGI Linie 10 und 45

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