Spieglein, Spieglein an der Museumswand (und nicht nur da)

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    Hoppla! Das bin ja ich! Ja, die „Selbstbegegnung“ gehört zum Konzept der neuen Sonderausstellung im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt. Unter dem Titel „Reflections / Spiegelwelten“ befasst sich die Schau (Eröffnung 8. Oktober, 19 Uhr) mit Glanz und Spiegelungen, mit Lichtbrechungen und Reflexionen. Und das Museum ist im 30.Jahr seines Bestehens einmal mehr ganz neu zu erleben.

    „Wir haben den Neubau vorweggenommen und den Platz erweitert, indem wir Spiegel aufgestellt haben,“ erklärt Ausstellungskurator Mathias Listl, der seit März fest zum Team des MKK gehört (als Idee für eine Sparmaßnahme sei das aber nicht zu verstehen). Reflektierende Flächen wirken „seh- und wahrnehmungsverändernd“ , sie verändern den Raum, dessen Wahrnehmung und machen aus dem Betrachtenden einen Mitwirkenden. In der 1960 Jahren setzte diese Demokratisierung der Kunst ein: „Der aktive Besucher ist Teil des Kunstwerks“, betont Museumsleiterin Theres Rohde. Und so wird man zu Beginn der Sonderausstellung gleich mit dieser Partizipation konfrontiert – indem man auf sein eigenes Spiegelbild trifft. Gleichzeitig ist die Begegnung mit dem eigenen Spiegelbild (oder dem der anderen Personen im Raum) eine künstlerische Momentaufnahme: „Sie können diese Arbeiten auch woanders sehen, aber nie wieder so,“ meinte Theres Rohde mit Blick auf die ausgestellten Werke. Selbst Tageszeiten und damit wechselnde Lichtverhältnisse machen diese Kunst – obwohl sie oft eher kalt und steril anmutet – doch so lebendig.

    32 Künstler und Künstlerinnen, darunter die „Reflexionskunst“-Pioniere Heinz Mack, Christian Megert und Getulio Alviani, sind in dieser Ausstellung vertreten. Dabei reicht die Spanne der Entstehungszeit ihrer Werke von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart und die verwendeten Materialien reichen von Glas, Aluminium und Metall über CD-Rohlinge, Handydisplays und Gold bis zu Seifenblasen. Die Spiegelachse als Kompositionselement der Konkreten Kunst findet hier genauso ihren Platz wie die Fotografie und ein Spiegel aus purem Gold wartet – hinter einer „schnöden“ Holzkonstruktion, auf seine Betrachter und Betrachterinnen.

    Ein Höhepunkt der Ausstellung stammt aus der hauseigenen Sammlung und konnte nun sein Schattendasein im Depot verlassen: Der „Paravent für Nanette“ besteht aus einer Wabenstruktur aus Aluminium, die wie ein Netz zwischen zwei Acrylglasscheiben gespannt ist. Haargenau passt es in den Raum des MKK, der mit seiner wiederholt spektakulären Bespielung (zuletzt durch Schachfiguren oder den Guckkasten im neongelben Ambiente) ein Markenzeichen des Museum geworden ist. Diesmal herrscht die Farbe Schwarz vor und nur wer um das Kunstwerk herum geht, kann im, wahrsten Sinne echte Glanzmomente erleben.

    Höhepunkt Nummer zwei der Schau liegt genau darüber: Im 2. Stock (auch mit dem Aufzug, aus dem ein Spiegelkabinett wurde, zu erreichen) war Künstler Jan Schmidt zum Zeitpunkt des Pressetermins gerade dabei, die letzten von insgesamt 30 000 (!) Glasplättchen auf dem Kunststoffboden zu verlegen. Dabei handelt es sich um sogenannte Objektträger, deren „Job“ eigentlich darin liegt, mitsamt von Materialproben unter ein Mikroskop gelegt zu werden. Sechs Tage hat er daran gearbeitet. Das Ergebnis ist eine glänzenden, je nach Lichteinfall schimmernde Fläche, die auch ein bisschen an eine Wasseroberfläche erinnert.

    Jan Schmidt verlegte 30 000 Glasplättchen.

    Die Sonderausstellung „Reflections / Spiegelwelten“ dauert bis 9. März. Dazu findet ein umfangreiches Begleitprogramm für Erwachsene und Kinder statt. Ale Infos bekommen Sie unter www.mkk-ingolstadt.de

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