LimesGemeinde Walting: Römer, Radler und viel Natur

    Hotel Tipps

    Nassenfelser Minerva trifft Eichstätter Schottenkloster

    Als „schöne, kleine, aber besondere Ausstellung“ hat Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger die neue Sonderausstellung im Infozentrum Naturpark Altmühltal bezeichnet. Unter dem Titel „Steinerne Denkmäler...

    ERC Ingolstadt und INVG gemeinsam auf Kurs

    Der ERC Ingolstadt und die INVG haben jetzt einen Airport Express und einen Linienbus mit neuer ERCI-Folierung vorgestellt. „Die neu folierten ERCI-Busse sind eine...

    Donautherme in Ingolstadt öffnet am 28. März

    Endlich, endlich: Die Wartezeit ist vorbei. Am Dienstag, 28. März öffnet die Donautherme Ingolstadt um 10 Uhr die Türen für die ersten Gäste. Das...

    weitere Artikel

    Teilen

    Wenn es um den rätischen Limes und das römische Erbe in der Region geht, kommt man an der Gemeinde Walting nicht vorbei. Sie ist einer der LimesGemeinden, durch deren Gebiet sich der ehemalige römische Grenzwall zog und der Ortsteil Pfünz hat mit dem Kastell Vetoniana einen echten Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische zu bieten.

    Roland Schermer (1. Bgm. Walting) und Katharina Spiegel (Tourismusbeauftragte der Gemeinde Walting) am Nordtor des Kastells in Pfünz

    Von 90 n.Chr. bis etwa 240 n. Chr. war hier die 1. Kohorte der Breuker (Cohors I Breucorum equitata civium Romanorum), einem Volksstamm aus dem östlichen Kroatien, stationiert. Im Sommer 1989 ist die teilweise Rekonstruktion der römischen Anlage eingeweiht worden und seit 1993 kümmert sich der Heimatverein Vetonania um die Geschichte von Pfünz und unterstützt die Erhaltung des Denkmals, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Ein Schatz, den es zu bewahren gilt. Das betont auch Waltings Erster Bürgermeister Roland Schermer. Er besucht das Römerkastell aber nicht nur, um es zu „inspizieren“: „Im Nordtor finden auch Trauungen statt. Das ist immer etwas Besonderes,“ erklärt er. Zum Kastell gehörte einst auch eine Ansiedlung von Zivilpersonen, ein Tempel, ein Handwerkerviertel und eine römische Badeanstalt. Funde aus den entsprechenden Ausgrabungen sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte in der Eichstätter Willibaldsburg zu sehen.

    Wanderer am Römerkastell bei Pfünz (Foto: Naturpark Altmühltal)

    Der Ortsname Pfünz leitet sich im Übrigen vom Lateinischen Pons für Brücke ab. Damit ist aber nicht die Brücke gemeint, die heute fälschlicherweise als „Römerbrücke“ bezeichnet wird. Das markante Bauwerk, das von Radlern über- und von Paddelbootfahrern unterquert wird, stammt aus dem Mittelalter. Pfünz ist außerdem bekannt für das Jugendtagungshaus im Schloss und den Jugendzeltplatz auf dem Osterberg. Daneben ist der Osterberg auch den Astronomiefreunden ein Begriff: Hier fand in diesem Sommer das 25. Bayerische Teleskopmeeting statt. Der Ort ist wegen seiner geringen Lichtverschmutzung ein idealer

    Burgruine mit Bootsanlegestelle

    Wandern, Radeln und Bootfahren – das ist in Walting mit Naturgenuss und Erkenntnisgewinn verbunden. Die Gungoldinger Wacholderheide etwa ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet, das neben dem Wacholder seltene Pflanzenarten wie drei verschiedene Enzianarten beheimatet. Unten im Tal reihen sich nicht nur zahlreiche Mühlen aneinander, sondern auch historische Bauten wie die Schlösser in Pfünz und Inching.

    Der Hungeturm Rieshofen (Foto: Naturpark Altmühltal)

    Eine Besonderheit bildet der sogenannte „Hungerturm“ von Rieshofen. Das markante Bauwerk liegt direkt an der Altmühl, gehört zu einer ehemaligen mittelalterlichen Burganlage und ist von einem Burggraben umgeben. Wer mit dem Boot unterwegs ist, der kann hier direkt anlegen und Rast machen.

    Entschleunigung entlang der Altmühl

    Das LEADER-Kooperationsprojekt „Wassererlebnis Altmühltal“, das im Fall von Walting mit den Lokalen Aktionsgruppen Altmühl-Jura e. V. und Altmühl-Donau e. V. umgesetzt wird, hat zum Ziel, die regionalen Besonderheiten rund ums Wasser in Wert zu setzen. So ist beispielsweise in Pfalzpaint eine Entschleunigungsstation am Altmühlufer entstanden. Hier kann man auf Sitzbänken aus Jurastein Platz nehmen und die Seele, aber auch die Beine baumeln lassen. Die Entschleunigungsstation ist einer von mehreren Orten, die die Gemeinde Walting für das gesunde Kneippen geschaffen hat (in unmittelbarer Nähe befindet sich mit Angelinas Altmühlrast an der Pfalzpainter Brücke auch ein Ort, der für Energiezufuhr in Form von Speisen und Getränken sorgt).

    Kneippbecken bei Pfalzpaint (Foto: Naturpark Altmühltal)

    An der Almosmühle und in Walting am Bootsratsplatz am Wehr kann außerdem mit Hilfe des Wassers abschalten und neue Kraft tanken. In der Natur regenerieren und die eigenen „Batterien aufladen“, das kann man auch bei den Yoga-Kursen, die unter dem Motto „dahoam & draußen“ stehen. All diese Aktivitäten und Erholungsmöglichkeiten sollen nicht nur das touristische Angebot der Gemeinde vergrößern: „Sie sind nicht nur für die Gäste, sondern auch für die heimische Bevölkerung da. Und sie werden sehr gut angenommen“, erklärt Roland Schermer. Zu den „Konsumenten“ gehört dabei auch der Bürgermeister selbst, denn er ist eigenen Angaben zufolge alle zwei Tage an der Isenbrunner Kneippanlage zu finden, um zwei, drei Runden zu drehen: „Das ist Erholung vor der Haustür!“ Dazu passt auch das Gemeinschaftsprojekt Dorfladen Gungolding. Dieser soll nicht nur die Nahversorgung mit den wichtigsten Lebensmitteln sicher stellen, sondern auch ein kleines Café beherbergen, das dann von Einheimischen und Gästen genutzt werden kann.

    NEU: Wanderungen auf den Routen der „Magistrale“

    Die alte Römerstraße und Hauptverbindungsroute (Magistrale), die die Orte „Castra Vetonania“ (Pfünz) und „Vicus Scuttarensis“ (Nassenfels) verbunden hat, liegt einem neuen Angebot für Wanderer zugrunde. Drei unterschiedliche Touren führen zu geschichtsträchtigen Schauplätzen in der Umgebung der alten Römerstraße. Die Stationen sind durch Infotafeln gekennzeichnet und ein spezieller Audio-Guide für Kinder macht an ausgewählten Standorten die Geschichte via QR-Code lebendig.

    Route I: Pfünz (11,5 Kilometer)
    Die Route startet etwas oberhalb von Pfünz an einem Hang über der Altmühl mit Blicks über Tal. Nach dem ersten Stück hinunter ins Tal wird die Altmühl auf der Römerbrücke bei Pfünz überquert. Nach der Brücke führt der Weg zunächst in Pfünz zur gotischen Kirche und zum Schloss. Danach geht es steil hinauf zum Kastell Vetoniana. Die Route I führt danach nach Pietenfeld durchs Dorf, vorbei an der Kirche St. Michael, bis man dann zwischen Feldern und im Wald erst noch ansteigend und dann bergab ins Tal bis nach Landershofen gelangt. Nach einem Stopp an der Filialkirche St. Benedikt geht es eben an der Altmühl entlang zurück nach Pfünz.

    Route II: Adelschlag (18,2 Kilometer)
    Nach dem Start in Pietenfeld liegt gleich zu Beginn der längste Anstieg dieser Runde vor den Wanderern. Er führt im Wald hinauf auf den Hellerberg, wo die Menschen der Bronze- und Eisenzeit ihre Toten bestatteten. Deutlich jünger – und dennoch fast 2000 Jahre alt – ist die Römervilla kurz vor Möckenlohe. Der Weg durchquert das Dorf und führt dann zwischen den Feldern nach Adelschlag mit der Kirche St. Andreas als Zwischenstation. Nach dem Ort geht es durch die Felder weiter und schnurstracks zum Fundort eines Urelefanten-Schädels und zurück Richtung Pietenfeld.

    Route III: Nassenfels (17,7 Kilometer)
    Möckenlohe mit seiner Wehrkirche bildet den Start für die Route III der Magistrale. Die einzige merkliche Steigung folgt gleich zu Anfang im Wald hinauf zur Keltenschanze am Hohen Stein. Danach geht es bergab nach Zell a. d. Speck mit Station an der Kirche St. Vitus. Sie weist den Weg weiter zum Speckberg, einem beliebten Revier eiszeitlicher Jäger. Eben geht es weiter nach Nassenfels, wo schon von Weitem der markante Umriss der Burg zu sehen ist. Von Nassenfels ist es nicht weit nach Wolkertshofen. Noch bevor der Ort erreicht ist, lohnt sich der kurze Abstecher zu den Gleßbrunnen: fünf miteinander, bis zu neun Meter tiefe Quelltöpfe. Die Quirinuskirche und die Johanneskapelle in Wolkertshofen leiten den letzten Abschnitt der Route ein, die durch Felder und am Waldrand entlang zurück nach Möckenlohe führt. (ma)

    Waltinger Genussadressen

    Gasthaus „Fischerwirt“ (Martinstraße 5, 5137 Walting-Inching, Tel.: 08426 – 249, www.fischerwirt-inching.de)
    Landgasthaus *** „Zur Mühle“ (Pfünzer Straße 5, 85137 Walting, Tel.: 08426 – 221, www. landgasthaus-zur-muehle.de)
    Landgasthof – Hotel „Zum Alten Wirt“ (St.-Marienstraße 4, 85137 Walting-Gungolding, Tel.: 08465 – 17353-0, www.zum-alten-wirt.com)
    Gasthof „Grüner Baum“ (Kipfenberger Str. 16, 85137 Walting, Tel.: 08465 – 905400 www.schreinerwirt.de)
    Angelinas Altmühlrast (Altmühlstraße 2, 85137 Walting-Pfanzpaint)

    Kurz notiert:
    Tourist-Information Walting
    Gundekarstr. 7a
    85072 Eichstätt
    tourismus.walting.com

    Routen auf der „Magistrale“
    www.naturpark-altmuehltal.de/magistrale/routen/
    (Empfehlung: hier GPX-Dateien runterladen)

    Heimatverein Vetoniana Pfünz e.V.
    www.vetoniana.de

    Anzeige