Antike Mythologie im Hier und Heute und Klassiker bei den Theatertagen

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    Mit einer Eigenproduktion startet das Stadttheater Ingolstadt in die 39. Bayerischen Theatertage: Am 29. Mai 2024 beginnt das Festival mit der deutschsprachigen Erstaufführung von »Haus ohne Ruhe (This Restless House)« von Zinnie Harris – und präsentiert damit gleich zum Auftakt drei Theaterstücke an einem Abend.

    Die imposante Trilogie nach der »Orestie« von Aischylos wird ausdrucksstark inszeniert von Jochen Schölch, dem Intendanten des Metropoltheaters München. Im Zentrum dieser groß angelegten Überschreibung stehen die Frauen, ihre Rache und ihr gemeinsames Trauma. Autorin Zinnie Harris holt den antiken Stoff mit archaischer Wucht in unsere aktuelle Zeit und zeigt das Morden, das bei Aischylos backstage begangen wird, schonungslos auf der Bühne. Dabei schlägt sie einen atemberaubenden Bogen vom Mythos über die Trilogie des Aischylos zum Heute, wo die Themen Rache, Recht, Gerechtigkeit und Vergeltung immer noch unerlöst unsere Gegenwart bestimmen.

    Neben dieser gigantischen Mythologie-Adaption stehen auch weitere große Klassiker auf dem Spielplan, die ebenfalls die griechische und römische Antike zum Thema machen: Das theater VIEL LÄRM UM NICHTS aus München bringt am 31. Mai Shakespeares letzte Tragödie »Coriolan« auf die Bühne. Darin wechselt der gleichnamige Protagonist, Roms Kriegsheld und Supersoldat Coriolan, in die Politik, obwohl er das Volk hasst. Es geht rund in diesem Politdrama, einem Strudel aus Hunger und Selbstherrlichkeit, Aufstand und Krieg, Ehre und Verrat. Doch trotz des tragischen Endes steckt die VIEL LÄRM UM NICHTS Version, die die Geschichte aus der Perspektive des Volkes erzählt, voller Witz, Satire und Ironie.

    Auf der mythologischen Figur der Ismene, einer Tochter des Ödipus, basiert Lot Vekemans‘ Monolog »Ismene, Schwester von«, mit dem die Schauspielerin Sabine Lorenz am 02. Juni im Rahmenprogramm der Bayerischen Theatertage gastiert. Sie spielt das Schicksal einer Frau, die immer im Schatten ihrer heldenhaften und weltberühmten Schwester Antigone gelebt hat. Weil sie nie etwas Großartiges geleistet hat, glaubt sie, kein Existenzrecht zu haben. Sie schämt sich für das, was sie ist. Das Recht auf Ruhm blieb ihr ebenso verwehrt wie das Recht auf Trauer um ihre Familie. Ein fulminanter »Hilfeschrei um Beachtung« nach 3000 Jahren im Schattenreich.

    Ins Amerika der »Roaring Twenties« entführt hingegen am 04. Juni das Landestheater Schwaben mit F. Scott Fitzgeralds Meisterwerk »Der große Gatsby«. Die Vorstellung ist bereits ausverkauft. Hier tanzt die Gesellschaft auf dem Vulkan – als Portrait einer Epoche, die versucht, im Rausch und Hedonismus über den Abgrund aus Wirtschaftskrisen und politischen Verwerfungen hinweg zu tanzen. Vor dem Abgrund aus Lügen, Betrug, Dekadenz und Affären führt »Gatsby« vor Augen, wie schnell sich der »American Dream« in einen Alptraum verwandeln kann…

    Noch einmal Shakespeare gibt es schließlich am 15. Juni: Das Landestheater Coburg zeigt »Was ihr wollt«, eine seiner meistgespielten Komödien über die unglückliche Liebe des Herzogs Orsino zur Gräfin Olivia und das Schicksal des durch einen Schiffbruch getrennten Zwillingspaares Viola und Sebastian. Darin entspinnt sich eine wilde Achterbahnfahrt durch die Welt der Geschlechter. All diese turbulenten Verwirrungen hinterfragen irrkomisch unsere gängigen Identitätsvorstellungen. Die junge Regisseurin Jana Vetten interpretiert den Komödienklassiker in einer spannenden und neuartigen Lesart. (stth)

    Das komplette Programm der Bayerischen Theatertage und weitere Infos inkl. Ticketshop finden Sie unter www.bayerische-theatertage.de

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