Vom Sorgenkind zum Premiumlandkreis

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    Ein Name ist an diesem Abend so oft gefallen wie kein anderer: Konrad Regler. Für Festredner Horst Seehofer war er die herausragendste politische Persönlichkeit, die er je getroffen hatte, ein brillanter Stratege und Vollzeitpolitiker, ohne den das Zusammenwachsen des Landkreises Eichstätt nicht denkbar gewesen sei. Und der ehemalige bayerische Ministerpräsident wusste, von wem er da sprach: Konrad Regler war sein Chef, der den jungen Beamten Seehofer (er absolvierte seine Ausbildung im Landratsamt Ingolstadt) nach der Gebietsreform als Mitarbeiter im Landratsamt Eichstätt (zunächst in Eichstätt, dann in der Außenstelle Ingolstadt) holte. Und so hätte man sich zum 50. Geburtstag des Landkreises Eichstätt (1. Juli 1972) keinen passenderen Festredner in das Alte Stadttheater in Eichstätt einladen können.

    Dass ein Horst Seehofer damals vor der Gebietsreform auf die Straße ging und gegen selbige demonstrierte, ist kein Geheimnis: „Ich halte es für selbstverständlich, dass man um Lösungen kämpft,“ so Seehofer. Aber es gelte dann auch, demokratische Entscheidungen zu akzeptieren. Auch das habe ihm ein Konrad Regler vorgelebt. Heute kaum noch vorstellbar war eine „Spionageaktion“, von der Seehofer berichtete: Im Auftrag des Ingolstädter Landrats Fink sollten die jungen Mitarbeiter ein Treffen der Landräte von Eichstätt, Pfaffenhofen und Neuburg in Neuburg ausfindig machen und möglichst auch zuhören. Gefunden hatte man die Herren, zu hören war aber nichts.

    Als wahre „Helden des Alltags“ bezeichnete Seehofer die Kommunalpolitiker- und politikerinnen, die das Zusammenwachsen des Landkreises zustande gebracht haben, der – auch das ist heute nicht mehr allzu präsent – zu den sturkurschwächsten Regionen in Bayern gehört und auf staatliche Förderungen angewiesen war. Die Region habe sich vom Sorgenkind zum Prachtexemplar entwickelt, resümierte Horst Seehofer, der die Gebietsreform als gelungen bezeichnete: „Es ist das Ziel erreicht worden, größere und schlagkräftigere Einheiten zu schaffen.“ Der einstige Gebietsreformskeptiker bezeichnete den Landkreis als „Premium-Landkreis“ und schloss seine Rede mit den Worten: „Das ist ein großer Tag, seid stolz drauf!“

    Blumen gab es für die Ehefrauen der ehemaligen Landräte, darunter auch Hilde Regler. Ihr 2012 verstorbener Mann hatte den Landkreis maßgeblich geprägt. Seine Nachfolger Xaver Bittl und Anton Knapp waren bei der Geburtstagsfeier “ihres” Landkreises dabei. 

    Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger hatte zuvor die Erfolgsgeschichte des Landkreises skizziert – auch hier fiel der Name Konrad Regler des Öfteren. So hatte sich gegen die Gebietsreform eine „Wählergemeinschaft Christliche Union der Mitte“ (CUM) gegründet, die für den Erhalt des Kreissitzes in Ingolstadt kämpfte: „Allerdings konnten die CUM-Mitglieder einem Zeitzeugenbericht zufolge dem alten Strippenzieher Regler nicht das Wasser reichen,“ so Anetsberger. Und Regler bewies Weitsicht in vielen Bereichen wie dem Gesundheitswesen, in der Bildung und auch beim Thema Naturschutz. Dass dabei vieles nur im Verbund in der Region – also mit den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und der Stadt Ingolstadt – gelöst werden könne, zeigt sich aktuell an der Frage der Gesundheitsversorgung. Auch hier dachte ein Konrad Regler schon in den Dimensionen der Region und das gilt bis heute. Laut Anetsberger sei 2023 sie Zeit der Schuldenfreiheit des Landkreises angesichts der hohen Kosten für Kliniksanierungen etc. vorbei: „Wir können das nur im Verbund stemmen.“

    Unter der Leitung von Dominik Harrer (li) stimmten die Musiker und Musikerinnen zum Abschluss des offiziellen Teils die Bayernhymne an.

    In seiner Ankündigung der Rede von Horst Seehofer bemerkte Alexander Anetsberger: „Noch heute ist er ein lebendes Beispiel dafür, dass die Gebietsreform zwar vieldiskutiert, in der Rückschau jedoch richtig und erfolgreich war, denn er lebst in Gerolfing, was bekanntermaßen ein Stadtteil Ingolstadts ist und in Schamhaupten, Marktgemeinde Altmannstein im Landkreis Eichstätt, wo seine Frau Karin herstammt und die berühmte Modelleisenbahn  steht.“ Dass er sich mit dieser „doppelten Staatsbürgerschaft“ sehr wohl fühlt, bewies Horst Seehofer mit den Worten: „Ich fahre seit 25 Jahren nicht in den Urlaub, sondern in den Landkreis Eichstätt.“ Und mit Blick auf seine Ehefrau meinte er: „Karin, daran wird sich auch nichts ändern.“ (ma)

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